Prag

Bin gestern schon hier angekommen und jetzt ist schlechte Laune. Habe schlappe 20 Minuten, um etwas abzusetzen, so lange braucht die Wäsche noch zum Trocknen; während sie wusch, konnte ich nämlich meinen Schlauch vorne flicken, wobei ich merkte, dass ich den falschen Ersatzschlauch, einen mit Autoventil, den ich eigentlich gar nicht gebrauchen kann, den mir mal jemand schenkte, mitgenommen habe.

Richtig geflickt ist der Schlauch scheinbar auch nicht, oder ich habe den Fremkörper nicht gefunden…Kopfschmerzen, außerdem regnet es hier hier und es ist über 20 Grad kälter, als zu der Zeit, als ich losgefahren bin…….alles ganz schlimm…..na und gestern war ich in Lidice, was soll dann noch schlimm sein?

Das ist immer so eine Sache mit dem Vergleichen oder etwas für „einzigartig“ zu halten; das machen die Gelehrten oft und streiten sich darüber und eigentlich geht es um etwas anderes; die Frage ist nicht ob man etwas vergleichen kann, sondern, was die Absicht hinter dem Vergleich ist. Die Absicht der Vergleicher im Historikerstreit, war eine Schwammdrübermentalität der Tätererben und das hatte nicht geklappt. Die deutschen „Taten“ sind in Deutschland angeblich besonders gut aufgearbeitet, auch darin sind die Deutschen wohl Weltmeister oder Europameister oder so etwas……Aber bei all dem ist es doch auch noch die Frage, wie es sich anfühlt. Wie fühlt sich das nationale Erbe von so einer Verbrecherbande an?

Das sind Bruchstücke, wer weiß schon, was der Historikerstreit war, ist ja auch schon wieder Historie.

Die Wäsche ist gleich trocken, ich muß was Essen, einen Schlauch kaufen……..ganz normale Sachen, warum bekomme ich die wichtigen nicht geregelt?

Noch Daten und Anschauungsmaterial von der Tour:

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Grünberg

Grünberg 20 km östlich von Gießen. ca 150 km bis hierhin. Ganz schön warm war es heute.

Bis Uckerath fast kein Auto gesehen, dann wurden es langsam mehr, auch die Motorräder. Hatte den Kontrast  zu den Waldwegen, auf denen ich zwischendurch immer wieder gefahren bin, wo das Fahrrad lustig „tischte“, wie ein Flummi. Ich fahr eben die direkte Route. Grob sind die KFZ auf der Strasse.

Wenn man sich über Autos und Motorräder, die kleiner sind, nur zwei Räder haben und immens mehr viel Krach machen, was mir unnötig scheint, aufregt und ihnen nicht ausweicht…..jup, dann ist man, was? Jemand, der die Erkenntnis hat, das KFZ grob sind.

Es gibt schlimmeres.

Drei Begegnungen hatte ich heute.

Beim Capucino in Altenkirchen, sagte ein Herr zu mir, ohne, dass er mich vorher angesprochen hätte, einfach so: „Alkohol ist nicht gut für die Potenz!“

„Ich trinke doch gar keinen Alkohol!“

„Ich wollte es doch auch nur mitteilen.“

Das war die Unterhaltung.

Dann auf der Strecke Richtung Herborn hatte ich Durst, nicht mehr viel in den Flaschen, komme an einer stark befahrenen Bundesstrasse durch ein Ort, der vollkommen tot ist. Sehe dann ein altes Paar, er arbeitet an den Beeten, sie stützt sich auf ihren Rolator.

„Die lasse ich in Ruhe“, denke ich mir.

Auf fünzig Meter ruft mir die alte Frau im ostpreussichen Sound zu:

„Haste Durst?“ „Jungchen“ hat sie nicht gesagt, hätte aber gepasst.

Ich näher mich, auf der Haustreppe steht eine Flasche Vitel.

„Komm, nimm, is janz frisch aufgemacht.“

„Leitungswasser reicht doch!“

„Nimm, wir sind Menschen!“ sagt sie fast entrüstet.

„Wo willste denn hin.“

„Nach Polen“, sage ich in der Hoffnung, dass sie etwas zu erzählen hat.

„Dann nimm doch die janze Flasche.“

Habe ich nicht gemacht.

 

Auf dem Campingplatz hier in Grünberg, meint ein alter Mann zu meinem Einmannzelt, er wäre froh gewesen, wenn er so eins in Gefangenschaft gehabt hätte.

„Wo waren Sie denn in Gefangenschaft?“

Bei den Amerikanern. Bei Bad Kreuznach auf dem „Feld des Jammers“, was ein Kriegsgefangenenlager unter freiem HImmel, einfach nur eine Weide, mit Stacheldrahtverhau  gewesen ist.

Jahrgang 1928 war er, mit 16 Jahren Soldat. „Schon wieder Kinder“ hätte der Amerikaner gesagt, der sie verhaftet hat.

 

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Nach Auschwitz

Auschwitz darf man, darf ich nicht vereinnahmen oder instrumentalisieren. Ich bin kein Opfer, kein Nachfahre von einem Opfer.
Trotzdem will ich dahin fahren, die Tour dahin beschreiben.

Je intensiver ich versucht habe, mich mit Literatur und Filmen zu informieren, um so stärker wurde meine Form aufgelöst. Mental bin ich gar nicht in Form.
Ich, Ich, Ich……das passt nicht zum Ziel, die Reise ist mir trotzdem wichtig, wichtiger als nach Santjago de Compostela zu pilgern:
Wenn nach Adorno „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, die allererste an Erziehung“ ist, dann ist eine Fahrt dorthin einer der wichtigsten „Bildungsreisen“ die man zu vollbringen hat.

Ich habe mich allerdings mein Leben lang nie getraut, Gedenkstätten gegen das „Deutsche Grauen“ zu besuchen. Nach fünfzig Jahren ist es Zeit. Morgen am Donnerstag den 4.Juni fahre ich mit dem Fahrrad los.

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Volle Verantwortung

Ein paar Tage später hatte ich die Idee für den ausgekippten Kaffee die volle Verantwortung zu übernehmen.

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Systemrelevanz

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Das Streben nach Glück

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Ich hatte doch wirklich Angst das Gedicht auf Facebook zu veröffentlichen, weil Facebook doch ein us-amerikanisches Unternehmen ist; die könnte sich beleidigt fühlen, weil ich einen ihrer heiligsten Sprüche verwurste.

Aber an meinem Beispiel sieht man ja, dass es für viele gar nicht darum geht nach „Glück zu streben“ sondern einfach nur das Irrationale,  Beängstigende los zu werden: Ausserdem, wenn irgendetwas „Amerika“ beleidigt, dann bekommt es das sowieso mit.

Mir ging es aber gar nicht um Amerika, sondern den unentwegten Druck, der es Menschen oft unmöglich macht Angst zu haben, zu trauern,  um daraus Kraft für Ihr Leben zu schöpfen.

„……auf das beherrschte Samos hin/ gestehe, dass ich glücklich bin…“ Glück in Verbindung mit dem Imperativ, klappt nicht.

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Frühstückskippe

So gesehen beim Verlassen einer Hotelanlage in Malle. Da wünscht man sich doch, dass wieder drinnen geraucht werden darf.

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BILD Lokalseite Mallorca

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Dracheninsel

4.3.15 Morgens im Hotel Port d’Andratx

Still ist es im gesamten Hotelkomplex. Wolken hängen in den ca. 200 Metern vom Meer erhabenen Hügeln, um kurz vor 8 ist der Ort noch nicht erwacht.

Bin ich wirklich objektiv mit meinen Beschreibungen? Objektivität halte ich für Blödsinn, 70ziger Jahre Geschwafel, Gerede aus einer Zeit, als man noch an Gerechtigkeit, eine bessere Welt und so etwas glaubte. Wer ist man? Glaubt man noch? Mit Sicherheit glauben heute noch weniger!?
„Ich glaub nicht an den lieben Gott und nicht an Che Guevara, ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar…..Liebling lass und tanzen….“ „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“
Weiß gar nicht, wann Westerhagen den Song plazierte, kann nicht nachgucken, hab hier kein Internet.
Ich bin nicht objektiv, wertfrei oder so, aber wie kann man im Zusammenhang von Glauben von der Deutschen Bank reden, war das reine Ironie?
Etliche Yachten liegen unten am Hafen, die z.Zt. üblichen unterdimensionierten LKW’s, die SUV genannt werden stehen an den Strassenrändern, überall spiegelt sich ein Glaube der Käuflichkeit, der nur von einer natürlichen, nicht kulturabhängigen Komponente abhängig zu sein scheint, einem milden Klima.
Das milde Klima, das man auch wenn es zu heiß wird, lieber mag als das sonst oft zu kalte, schafft es aber nicht, das notwendige Geld zu gebären, um all diesen Kram kaufen zu können, das findet immer da statt, wo es im Winter kalt und nass ist. Deshalb stapfen so viele auch sehr vermögende gebräunte Bleichgesichter hier herum.
Keine Ahnung warum in der Antike z.B. die Hochkulturen eher in den wärmeren Regionen verbreitet waren…..vielleicht, weil die Industriekultur oder die postindustrielle gar keine Hochkultur ist?

Gestern haben wir in der Nähe von Sant Elm die Ruine eines Tappistenklosters, „La Trappa“ besucht. Die Trappisten sind in der katholischen Klosterlandschaft so etwas wie die Navy Seals in den US amerikanischen Streitkräften, die ganz harten, schweigen viel, essen kein Fleisch usw.
Von 1810 bis 1824 waren sie dort gewesen. Wie bei den Cisterziensern im Hochmittelalter gehört es bei den Trappisten dazu, möglichst unwirtliche Landschaften zu kultivieren. So sahen die Terassen auch noch aus, die mühevoll von einer Umweltorganisation wiederhergestellt und bewirtschaftet werden, karg und unwirtlich. Die GBO, die hiesige Umweltorganisation hatte das Areal gekauft um es vor Grundstücksspekualtion bzw. Bebauung zu schützen.
Ich weiß nicht genau, warum die Trappisten hier waren und auch nicht warum nur 14 Jahre lang. Gleichwohl scheint der Tourismus die unwirtlichen Räume hier einfacher erobern zu können, als die genügsamen Trappisten.

Cut

Im Laufe des Tages, jetzt wieder in Sant Elm, waren wir auf der Dracheninsel, „Sa Dragonera“, die so heißt, weil sie wie ein im Wasser liegender Drache aussieht. Seltene Vögel soll es dort geben, sind dort aber nur massenweise Möwen begenet, „wie auf einer Müllhalde“ meinte ich aber wirklich augenzwinkernd, den Miesepeter karrikierend. Die seltenen Vögel, wie z.B. der Elionorenfalke sind scheu und es war nicht genug Zeit sich auf die Lauer zu legen, das Boot mußte wieder viel früher zurück als geplant, weil die See schon bei der frühen Rückfahrt sehr bewegt war.
Ich höre ja immer wieder, dass ich das Schreiben bleiben lassen soll, statt dessen mehr Fotos hoch zuladen habe; die Technik stellt sich quer. Vielleicht später. Jedoch denke ich, dass die Bilder durch ein Objektiv miterzeugt noch weniger objektiv sind als meine subjektiven Schreibereien.

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Sant Elm

Sant Elm 3.2.14

Schöner zugebauter Küstenstreifen hier am Rande eines Naturschutzgebietes. weiß nicht genau, ob es der Rand ist, frage mich wie geschützt das Meer ist, das leise durch die babylonische Sprachverwirrung deutscher Dialekte schwappt, die bei hausgemachten „Kuchen und Kaffee“ gesprochen werden.
Ist wirklich so: Man spricht Deutsch, nix neues, klar, aber immer wieder befremdlich. Ich mag dafür nicht wegfahren; für mich ist es wunderbar nach 100 km durch die Eifel mit dem Fahrrad irgendwo in der Wallonie in einer anderen Welt zu sein.
Hierhin sind es mehrere 1000, anders als in der Heimat ist aber nur die Aussentemperatur und die Landschaftf. Deshalb fährt man aber hierhin: Anders zu denken, andere Sprachen zu hören und zu verstehen zu versuchen, andere Kultur zu erleben, allein zu sein darin, damit zu recht zu kommen, ist hinderlich für die Erholung, bedeutet wohlmöglich Stress.
Einen Fusswanderer hatte ich gestern getroffen hier im Ort, er hatte sein Zelt dabei, wollte es irgendwo aufbauen. Für uns gab es keine Unterkunft, obgleich hier alles wie erwähnt zugebaut ist, machen die Hotels erst einen Monat später auf. Wir hatten die schweren Rucksäcke umsonst über den Berg hierüber geschleppt, fuhren abends wieder zurück nach Port d´ Andratx mit dem Bus, auch da war nur ein Hotel geöffnet, war lustig, ich mag es, wenn es mühevoll wird, wenn das Kind knüttert in einem, „menno, wie weit müssen wir denn noch laufen“, denn so war es bis wir das einzig geöffnete Hotel am Ort erreicht hatten.
Ein Kind machte mir heute morgen auch am Frühstücksbuffet Spass; der Junge mit Harry Potter Brille hatte seinen Teller hoch, nur mit gebratenem Speck beladen. Die Landschaft ist steil und die Temperaturen sind mild, schon zu heiß, wenn es bergauf geht. Auch auf den Wanderwegen trifft man die Landsleute.

Aus der Entspannung gibt es nix spannendes zu berichten.

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