Licht

„Turn, Turn, Turn“ ist ein ein Lied von Pete Seeger. Er singt einen guten Teil vom Kap. 3 Prediger: Alles hat seine Zeit….. eine Zeit, zu töten und eine, zu heilen…..zu weinen und zu lachen usw. man kennt es, hat ja sogar Marlene Dietrich gesungen. „to turn“  ist drehen und so etwas.  Am Ende und auch mittendrin, heißt es im Buch der Prediger „So sah ich ein, daß es für den Menschen nichts Besseres gibt, als sich bei seinem Tun zu freuen; denn dies ist sein Lohn.“

Jup und jetzt der Turn zu Mr. Turner. Ein toller Film. „Mein Gott, dieser zartfühlende Maler ist ein grunzendes Schwein, das mit seinem Vater zusammen eine gegarten Schweinekopf verputzt und Frauen nicht viel anders anfassen kann als einen Sack Kartoffeln. Das war bestimmt wieder irgendwelchen perversen Vorstellungen von so einem Filmemacher; und dann die gähnende Langeweile der Kameraeinstellungen……“.

Mein Kunstlehrer hatte zur Schülermotivation eine Ansprache, die er jedem, ob man es wollte oder nicht, entgegen brüllte: „Du kommst aus dem Staunen nicht raus….“

Das dafür im Gesicht auszumachende Grundgefühl, nach dem ich vor ein paar Eintragungen, in der vom 17.1214 „Baltic Kitchen“ gesucht habe heißt „Überraschung“,  dieses taucht im Film immer wieder auf der misstrauisch verzogenen Visage des Schauspielers von William Turner auf, bis es beim Skizzieren gefasst und beim Malen konzentriert, voller sublimierter Wut wird. Kameramann, Autor und Regisseur bekommen alles so hin, als wenn nicht nur recherchiert, sondern sich gewaltig eingefühlt worden ist. Sympathisch ist da nichts, empathisch alles. Trotz allem gibt es eine epische Ebene, die den Zuschauer frei entscheiden läßt: Auf Spannung wird verzichtet, motivieren soll die Sehnsucht, ein Bild, ein Image, eine Vorstellung hin zu kriegen.

Einen solchen Film kann man nicht empfehlen. Was soll das, das Beschreibende zu beschreiben?

Und der Hunger selber Licht, das im Winter sich besonders toll bemerkbar machen kann, zu erleben wird bewusster. Gut, wenn man weiß, was man will.

 

Hecksonnenwelle

 

 

 

 

LichtBecher

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Turn, Turn, Turn

Ob an einem solchen Tag wie heute Mr. Turner es in Erwägung gezogen hätte, um 13 Uhr 15 ins Kino zu gehen und „Mr. Turner – Meister des Lichts“ anzuschauen?

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Tagebuch

Oh, ein Blog. Wichtig zu sein, wichtiges zu sagen haben. Oh, was?

Ich will, ich will.

Ein Dasein.

Menschenberechtigung.

Hier bin ich.

Einfach so.

Ungerechtfertigt.

 

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Ein Wind kommt von West und schiebt mich…..

Zur Rückfahrt wollte ich es doch noch mal ausprobieren: Geht das wirklich; vom Meer mal eben nach Hause fahren? Wenn ich es schon nicht hin geschafft hatte, dann vielleicht zurück ohne zu übernachten?

Bildschirmfoto vom 2014-12-19 20:53:04
Die „King Seaways“ legte pünktlich um 9:30 CET in Ijmuiden an. Damit ist man aber noch nicht an Land. Um 10:17 habe ich draußen am Kai telefoniert, das ließe sich schnüfflerisch über meine Mobilfunkdaten herausfinden. Losgefahren bin ich richtig erst um ca 10:30, der Navi mußte die Strecke erst mal ausrechnen, was er nur kann wenn er Satelliten empfängt und das ging eben im Bauch des Schiffes nicht, das dauert….

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eigentlich wollte ich diese Brücke malen, aber keine Zeit, sollen andere machen

In der Nähe vom Flughafen Schiphol hatte ich erst einmal wieder Hunger, obgleich ich wirklich gut beim Frühstück zu geschlagen hatte: All you can eat halt. Also dann: Pommes
Der Wind weht kräftig, glaube zu meist aus Westen.
Dementsprechend griff er auf der Fahrt vom Meer nach Utrecht in die Speichen, schob mich aber dann wunderbar, diesmal auf einer nördlicheren Route als bei der Hinfahrt nach Nijmegen. Die Regensachen hatte ich die ganze Zeit an, brauchte sie auch immer wieder.
An der Maas entlang direkt nach Süden war der Westwind wenig zu spüren, zumal es hinter Nijmegen direkt in den Wald ging, teilweise auf unbefestigten Wegen, so, dass ich einmal mit dem Rad, aber nicht schlimm, gestürzt bin.
An der Grenze bei Straelen war ich um ca. 1 Uhr. Weiß nicht, ob es an der Entkräftung lag, oder ob der Wind immer stärker wurde, am schlimmsten kam er mir westlich von Köln zwischen Puhlheim und Widdersdorf vor.
Im Grüngürtel hatte der Navigator keine Lust mehr. Da wo es nach Köln-Klettenberg abgeht ging er aus, ließ sich wieder einschalten, aber er konnte die Route nicht mehr ausrechnen. Grad da ist es interessant. Trotz der Nähe: Wenn man es nicht so oft fährt ist es schwierig einen guten Weg über die Autobahn, dann über die freien Felder nach Bonn mit dem Fahrrad zu finden. Das ist immer so bei verkehrsmäßig „gut“ erschlossenen Gebieten in Ballungsräumen; die Wege für die unmotorisierten sind schwieriger zu finden als im Dschungel; allerdings war ich noch nie im Dschungel. Von dort waren es noch 36 km und 3:17h bis nach Hause, ein Schnitt von unter 11 km/h. Das aufzuzeichnen hat der Navigator wiederum geschafft. Im ganze hat der Trip 24 h gedauert.

Ich habs auch geschafft und würde es noch mal machen. Zwar hatte ich nach der Passage durch den stockdusteren Wald südlich von Nijmegen (das es so etwas überhaupt in den Niederlanden gibt) stockenden Atem, vielleicht reicht es aber auch schon, wenn der so bewusst wird. Ansonsten ist es herrlich langsam in Trance zu fallen, den Bekloppten zu beobachten, wie er sich versucht Kilometer schön zu rechnen, Vergleiche an zu stellen; oder zu sehen, wie der Tiefpunkt irgendwann überwunden ist, es einfach weitergeht, mit durchgebrannten Sicherungen? Fraglich? Keine Ahnung, ob das nicht gesund ist. Ich nehm mal an nicht so schlimm wie ein Vollrausch.

Über 320 km waren nachher auf dem Tacho.

Ein herrlicher Urlaub war das mit unermesslich viel frischer Luft.

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Der Wilhelm der Doofe, der Oberganove….

Bin gerade in Doorn, ein Stück östlich von Utrecht, von einem Westwind getrieben auf der Rückfahrt mit dem Fahrrad.

Weil ja jetzt der ganze Schnickschnack mit dem ersten Weltkrieg läuft:

Hier hat seine kaiserliche Hoheit im Exil gelebt, nachdem er abgedankt hatte; wie? In der englischen Wikipedia steht unter anderem:

„Much of his time was spent chopping wood and thousands of trees were chopped down during his stay at Doorn.“

Zu viel Bäume haben die hier wirklich nicht, aber es gibt schlimmeres, was der gemacht hat.

Mal sehen wie es weiter geht, möchte hier nicht ins Exil

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Hier und Jetzt und Dort Heute Morgen

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Ist nur noch eine Stunde bis zum Anlegen. Gerade eine Karte von der kompletten Tour skizziert. Das Nachvollziehen über den Karten schließt wieder den Kreis: Das Träumen von der Reise, das Entlanggleiten mit dem Finger auf der Landkarte, das Erfahren selbst und dann das Nachbereiten.

Habe mal gedichtet:

Das Vor- und Nachher ist ein Traum

Eine Reise gibt es kaum

 

Beim Nachvollziehen, komme ich mir nicht viel anders vor, als beim Planen.

Man ist so global heutzutage. Man, wenn ich das schreibe, man….wie geht es besser? Global? Neben mir schwappt das kalte Meer; wenn ich da jetzt reinfallen würde, wäre es aus mit meiner Globalität.

 

Zum Planen und Nacherleben. Martin Buber schreibt in „Ich und Du“:

„In bloßer Gegenwart läßt sich nicht leben, sie würde einen aufzehren, wenn da nicht vorgesorgt wäre, daß sie rasch und gründlich überwunden wird. Aber in bloßer Vergangenheit läßt sich leben, ja nur in ihr läßt sich ein Leben einrichten. Man braucht nur jeden Augenblick mit Erfahren und Gebrauchen zu füllen, und er brennt nicht mehr.“

 

All das „Hier und Jetzt“ zu dem sich die Mystiker oder ich, der Versuchsmystiker, hingezogen fühlen…..der Satz zeigt schon, wie es darum steht: Wie soll man sich irgendwo hingezogen fühlen, wenn es ständig da ist? Es ist die Angst vorm Brennen des Augenblicks und nach Buber scheint sie berechtigt, die mich davon abhält z.B. meine vermeintliche Globalität, der mit dem Finger auf der Landkarte oder ich flieg dahin, wo es geht, für eine Zeit zu unterbrechen: Alleine das hieße eine Zeitlang in das eiskalte Meer da unten zu springen, das Globale eben nicht zu begreifen, zum Objekt zu erklären, sondern in der Welt zu sein.

Aber ich glaube, dass es das gibt. Ist meine Religion.

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Baltic Kitchen

Newcastle

Hier ist alles „baltic“. Bin gerade im Fuß eines sechstöckigen Backsteingebäudes direkt am Tyne, an den Quais, wie das hier heißt. Früher lagen die Schiffe wohl bis hier rauf in die Stadt. Zum Meer runter sind es ca 10 km, das gab mein Tacho her.  L1010990

„Baltic Flour Mills“, Baltic Mehlmühle, steht auf dem Gebäude, ist aber zu einem Ausstellungsgebäude umgebaut. Ich sitze in der Baltic Kitchen in Paterre, warte auf einen Sandwich. Weil die Kellnerin so nett gefragt, ob sie etwas für mich tun könnte, habe ich noch einen Sandwich geordert, worauf sie wiederum ganz erstaunt war.

Ich hab schon wieder Stress. Spätestens bis 3 Uhr soll ich unten um Hafen sein; vor ein paar ein paar Stunden sah es noch ganz anders aus……

 

Schon wieder Kulissenwechsel. Das oben ist vor ca. 3 Stunden geschrieben worden. Ich bin jetzt auf dem Schiff nach Amsterdam bzw. Ijmuiden. Es soll in einer Viertelstunde ablegen. Gestern kam ich um die Uhrzeit gerade mit dem Fahrrad vom Küstenradweg, die Mündung vom Tyne hoch und hörte ein Schiff tuten. Ich hatte mich vertan. Das Schiff fährt nicht eine Stunde später, sondern eine Stunde früher nach britscher Zeit. Die Flut macht sich nichts aus den verschiedenen Uhrzeiten, ich schätze, dass sich an ihr der Abfahrtszeitpunkt orientiert, oder an der Fahrzeit. Meine Uhr jedenfalls habe ich schon wieder umgestellt.

Als ich im Frühling nach Portugal geradelt bin mußte ich wesentlich weiter und wirklich nach Westen fahren, um die Uhr eine Stunde zurück drehen zu müssen.

Ja, eigentlich wollte ich gestern abend schon wieder auf dem Schiff sein. Ja, es gondelte majestätisch, so wie nur Schiffe …..yea „anchor is away“ nein so heißt das „anchors aweigh“, wie der tune wohl heißt, wird gespielt, das Schiff rappelt, als wenn jemand die „Kupplung nicht richtig kommen lassen würde“, was wohl durch die Seitenschrauben kommt, die das Schiff vom Kai verdrücken, wir stechen in See, erst mal in den Fluss, es geht los……..gestern gondelte das Schiff majestätisch, so wie nur Schiffe als technische Errungenschaft und wie behäbige, gutmütige Viecher mit aller Zeit der Welt aus einem Hafen laufen können.

Hatte schon gedacht, dass es nicht klappt, hatte mich „vorbereitet“, dann „schaust Du Dir halt Newcastle noch mal richtig an!“; aber, ja aber.

Enttäuschung wird immer wieder als Gefühl bezeichnet. Es ist aber ein Gedanke! Was gab es hier zu fühlen? Klar, alles war irrational. Ich hatte nicht richtig „geplant“. Ich hätte mehr Asphalt an der Küste fahren müssen. Ich hätte mir die genaue Abfahrtszeit heraussuchen sollen. Ich hätte ohne Frühstück um 6 Uhr in Lindisfarne losfahren müssen…….

L1010994Genau das wollte ich aber nicht. Ich wollte die schönen Wege durch den Schlamm, fahren, die Berge rauf und runter, nicht auf der A-Road….Ich wollte alles, auch immer wieder absteigen und Fotos machen. L1010993Was ist daran Gefühl, wenn man alles will und nur einen Teil kriegt; warum ist der Entäuschte immer noch jemand, der unser Mitgefühl erregt, in dem Sinne, als wenn ihm ein Leid widerfahren wäre?

Ich fuhr denselben Weg am Tyne entlang, wie ich ihn schon am Dienstag früh vor einer Woche nach Newcastle gefahren war. Äh, das schon wieder, da schon wieder hoch, die Radwegumleitung…! Was war das für eine Miesepeterei, nur weil Wendel gerade mal nicht weiter gekommen war, zumindestens so nicht, wie er sich das vorgestellt hatte.

Grundgefühle sind: Angst, Agression, Trauer, Freude, Ekel und noch etwas, was ich vergessen habe. Gefühle sind ursprünglich Handlungsanweisungen, wenn man keine Zeit hat zum Nachdenken hat. Aber der Ekel vor dem Radweg z.B. war nicht durch ihn selbst begründet, sondern durch meine Situation, mein Gefühl war ein Gespinst und keine Reaktion auf meine Umwelt….

So wie ich da auf dem Radweg, ein ent-täuschter, ein von der Täuschung erlöster, keine Erlösung fühlte, sondern einen Ekel vor „nicht gewolltem“, so sind die Menschen, glaube ich, häufig. Immer ist es das andere, was nicht in den Film passt, dessen Drehbuch aber einfach schlecht geschrieben ist. Oder das Problem ist, das man überhaupt ein Drehbuch hat.

Gibt auch die, die eine tolle Roadmap im Kopf haben, die lange, viel zu lange klappt und nachher, behauptet ein ganzes Volk, es sei getäuscht worden und der Typ mit der Roadmap meint, das Volk sei doch nicht seiner wert gewesen, kurz bevor er sich die Kugel in den Kopf jagt. Ja, ja ist wieder ein Scheißvergleich, aber so läuft der Haase doch.

Was ich eigentlich nur sagen will ist: Gefühle sind nicht dummer als Gedanken. Das meißte was wir Gefühle nennen, ist nur das Unvermögen die Enttäuschung über die eigene Unvernunft zu ertragen und das ist ein Gedankenmanöver, das sich auf Gefühle projeziert. Vernunft kann sogar ein Gefühl sein. Es kann vernünftig sein, Angst gehabt zu haben. Gefühle werden oft die in sich produzierten Gespinste genannt, aber das, was sich dann anfühlt, ist ein Komplex, ein Gespinst, etwas total unklares.

Der Bursche, der mein Fahrrad also in der Dunkelheit nach Newcastle hineinfuhr, war sich all dessen bewußt und suchte in dem Kerl nach Ruhe.

„That the cheapest hotel you will find around here.“ Ein Gassigehender, der Angst um seinen kurzbeinigen Hund hatte, als ich mit dem Rad um die Ecke kam, frühzeitig aber bremste, zeigte mir den Weg zu einem ziemlich mitten in Newcastle liegenden Hotel.

An der Rezeption fragte ich dann, ob sie nicht einen günstigeren Raum hätten. Ich glaube dabei hatte ich eine ziemliche Fresse; die junge Frau an der Rezeption aber blieb freundlich, nicht einmal wehrhaft aufgesetzt, spürbar wohlmeinend freundlich, behauptete sie nur solche Zimmer zu haben.

Oh diese Freundlichkeit! Lebenserleichternde Maßnahme. Morgens, bei Lindisfarne hatte mich die Hotelchefin auch mit einem „very warm goodbye“ ein „pass auf Dich auf“ und „merry christmas“ auf die Piste gelassen.

Bei Amble einem village und keinem town, wie mich ein alter Mann aufklärte, klopfte mich dieser auf die Schulter, zog freundlich weiter. Genau so ein grauhaariger in einem Overall in Haddington, bevor es in die Lammermuirs ging; er brachte mich zum Fahrradhändler, weil ich einfach nicht kapieren wollte, wie er mir den Weg erklärte.

Eben noch, als ich anfing zu tippen, in den „Baltic Flour Mills“, die wohl lang schon kein Mehl mehr mahlen, fragte mich die Kellnerin nach einem Sandwich und einem Tee, ob sie noch etwas für mich tun könnte.

„Ja, noch’n Sandwich!“

Da war sie erstaunt.

„Zum mitnehmen?“

„Hier essen, bitte!“

Da stellte ich die Freundlichkeit in Frage. Was brachte sie aus dem Konzept? L1010989

 

Ja und die Kunst da? Besser selber angucken. Die Ausstellungen wechseln wohl auch ständig. Ach ja, die waren auch an der Information unglaublich nett. Mein Fahrrad, für das ich nur ein einfaches Schloss dabei hatte, durfte ich in eine Abstellkammer schieben; einmal durch die Vorhalle von einer Kunsthalle, hinten rum, wo eigentlich nur der „stuff“ hin darf. Besser veröffentlicht man so etwas nicht, aber soll ja nur zeigen, wie engagiert freundlich die sind. Einfach toll!

Dabei hätte ich das Rad sogar im Hotel lassen können, dort übrigens im „back office“, nachdem es die Nacht über mit im Zimmer war. Hatten die mir so vorgeschlagen: Nen echter Cowboy schläft halt auch bei seinem Pferd, bloß nicht im Stall, sondern eher im Saloon, was es bei Luky Luke bestimmt so gibt.

 

Nachdem ich so um 10 morgens in der „Laing Gallery“, die mehr die alten Schinken beherbergt, aber auch eine berauschende Installation einer ausgestopften, durch, an Fäden hängenden Löwenzahnsamen fliegenden Möwe  http://www.twmuseums.org.uk/laing-art-gallery/whats-on/exhibitions/gone-with-the-wind.html in der ersten Etage zeigt, gewesen war, ging ich in die öffentliche Bibliothek, viel größer und großzügiger, als ich es z.B aus Bonn kenne. Ein Saal war voll gut besetzter Internetplätze. Eine Dame kam auf mich zu, bereit mir zu helfen; während ich ihr erklärte, dass ich nicht „von hier sei“, was sie bestimmt schon gemerkt hatte, lockte sie einen Computer ein: Bitte setzen, kostet nix. Die Museen übrigens auch nicht. Mit Schrecken stellte ich fest, dass auf der Webseite, die Überfahrt mit der Fähre nicht mehr buchbar war. Verdammt.

Ich versuchte mit dem Handy bei der Fährgesellschaft anzurufen; die Nummer existiert nicht…… Kann an dem komischen Vertrag liegen…..ich muß das jetzt klären….ich fahre zum Hafen runter. Das war so um 11 Uhr. Also zum Hotel, wo mein Fahrrad und mein Gepäck liegt. Keine Telefonzelle auf dem viertelstündigen Weg dahin. Die Empfangsdame ist dieselbe wie heute Morgen. Ob denn alles in Ordnung sei. Ich schilder ihr mein Problem, sie stellt mir ein Telefon auf die Theke. Jetzt funktioniert die Nummer. Bestimmt viermal irgendwelche Nummern drücken. Dann habe ich eine Dame dran. „How can I help you!“ Doch, ich muß nur um 15 Uhr spätestens am Hafen sein. Puh. Aber das Fahrrad ist schon aus dem Backoffice geholt und zurück ist mir wieder zu peinlich……..

Vor ein paar Wochen ist mir ein älterer Mann in Bonn mit einem bepackten Fahrrad begegnet; er fragte mich nach einem Hotel, war sichtlich geschafft. Ich hatte Zeit und wollte ihm den Weg zeigen, er wollte das nicht.

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Lindisfarne

Im Inn

Tippe gerade im „Lindesfarne Inn“. Super, dass ich genau hier halt machen mußte. Soll ne schicke Klosterruine sein, ein Stückchen draussen auf einer Halbinsel in der Nordsee. Sehen kann ich hier nichts. Ist schon seit ca. 16 Uhr dunkel vielleicht sogar etwas früher, sind schon skandinavische Breiten hier.

Bin sau froh, meine kleine Taschenlampe dabei zu haben: Mit Einbruch der Dunkel heit, kurz vor Berwick-upon-Tweed, wo ich dann auch wieder den Tweed überschreiten Richtung nach Hause sollte…….Gerade kommt hier die Melodie des deutschen Schlagers „Es ist nie zu spät…“, scheint hier ein Weihnachtslied zu sein, schön kitschig, mit Sprechgesang und so….kurz vor Berwick hatte ich einen Platten, fand aber mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen ….jetzt kommt Boney M. mit Merrys Boychild, geilomat……fand mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen den Fremdkörper im Reifen. Ist schon der zweite Platte, komisch, der Reifen hat noch richtig Gummi, muß daran denken den ausgetauschten Schlauch noch zu flicken.

Außer dem, konnte ich die Taschenlampe gebrauchen, um die Schafsgatter am Nordsee-Radweg ordnungsgemäß auf- und wieder zu verschließen, hatte wieder ne richtige Adventstour, Türchen auf….Jetzt kommt „Winter Wonderland“ warum spielen die nicht mir zu Ehren „Kleine Taschenlampe brennt….“?

Aber am Meer war klarer Nachthimmel, unglaubliches Sternengeprange und ein sehr modifiziertes Schwappen der Nordseewellen fast bis an meine Fahrradreifen. Mir war warm und ich kam mir schon ein wenig vor wie Eichendorff in seinem Weihnachtsgedicht, wenn er „Hehres Glänzen, heiliges Schauern“ beim Wandern „aus den Mauern“ empfindet; aber ich frag mich was das mit Weihnachten zu tun haben soll? Ist doch ein soziales Fest und nicht ne Art von autonomer Gotteserfahrung auf der „grünen Wiese“, auch, wenn sie verschneit ist. Au weia, wohin einen die angelsächssischen Weihnachtslieder so treiben…..was auch wieder quatsch ist: „Dreamin‘ of a white Christmas“ hat eine Jude, Irving Berlin, geschrieben….ausserdem ist Boney M. von Frank Farian formiert worden, also ja was? Hab hier diesen komischen UKIP Nigel im Fernsehen gesehen…..Hölzchen, Stöckchen.

 

Wirklich noch erwähnenswert: Nicht nur die sternenbesetzte Dunkelheit war schön, sondern der komplete Tag. Suche gerade mal das schönste Bild aus den Lammermuirs, ja, da wo Walter Scotts oder Donizettis, Bride bzw. Lucia herkommt, hört das eigentlich nie auf mit den Assoziationen, die Weihnachtsmusik ist schon aus.

Gut Nacht.

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Vierte Tag in Edinburgh

Beim Reisen wird die Zeit gedehnt. Die Eindrücke prasseln auf mich ein und nach ein paar Stunden Radfahren denke ich, schon Jahre unterwegs zu sein. Jetzt ist schon der vierte Tag, an dem ich nicht Rad fahren war. Tee trinken, Sandwiches essen, etwas zu essen einkaufen.

und Eindrücke zusammen stellen…..

wurst

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Leith

Hört Mann eigentlich nicht auf ein alter Sack zu sein? Sitze gerade in einem von diesen Sandwich, Teekaffeebuden unten am Hafen……haha, ich merke, wie ich schreibend, eins von diesen Klischees aufbaue, sage ja, dass ist der Scheiß beim Berichten, das mit den Bildern, den Versatzstücken, der Idiomatie der Sprache. Also ich bin nicht in einem Puff, aber hier wirken vier Elfen, auch das ist Quatsch, denn so wunderschön sind die drei jungen Frauen auch nicht und sie werkeln hinter ihrer Theke eher wie emsige Zwerge, denn wie Elfen, aber es hat was. Sie freuen sich einfach über das, was gerade im Radio läuft, haben Spass bei der Arbeit, sind total freundlich zu den Leuten, haben sich auf die unterschiedlichsten Arten schick gemacht.

Der Genießer genießt und schreibt? Genieße ich,? sabernder Sack, hormongesteuertes Männlein, sehe mich gerade in einem Spiegel, gegenüber an der Wand, über die Lesebrille schauend, mit dem grauen Bart und der Nase, die langsam zu schrumpeln anfängt.

Da, so wirkt die Beschreibung, nichts von all dem ist Sein, alles nur Bilder machen. Aber daran erfreuen sich die Menschen am meisten: An den Stories, am Vergangenen, am Klatsch, an Sex and Crime, an der Literatur, dem Film, dem Computerspiel.

Wie läßt sich die Schönheit hier in diesem Cafe berichten? Nicht, gar nicht. Macht mal ein Foto! Es ist nie so, wie Ihr es eigentlich machen wolltet und nur ein Profi, weiß um Realitätsfernheit seiner Bilder und die Käuflichkeit eines gelungenen Bildes.

 

I want to become a roadmovie

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