Schilderbilder

„Schilderen“ heißt auf Niederländisch Malen.
Die Verkehrsschilder sind manchmal echt malerischer woanders, nicht nur das berühmte Berliner Ampelmännchen.
In der Slovakei sah ich vor Jahren ein „Fußgänger Achten Schild“, das einen Fred Astair anmutenden Schatten mit Hut über die Straße steppen ließ.

Raus aus Split war plötzlich ein schwarzer Schäferhund verboten, oder Hund im Allgemeinen? Oder vielleicht Hitlers Blondi Schwarz auf Weiß?


Oder das Wildschwein, Zweifels ohne ein Eber. Auf verschiedenen Schildern waren die Hauer mal schwarz oder weiß ausgelassen. Da sollte mann schon aufpassen, dass er keinen Kratzer in den Lack kriegt.

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Boarding

5:30 in der Früh. Das schnelle Boot, das nur Personen befördert, liegt hörbar an der Pier.

Wie war es auf der Insel?
Ein bischen so. Karg, wüst, heiß.
Aber auch klar, bizar und unabgelenkt.
Überall heißt es wie giftig die Bewertungen und Vergleiche sind, trotzdem so immanent.
Auf dem Campingplatz, auf dem ich nächtigte, bevor es über die Brücke auf die Insel Pag ging, war ein Paar Mountainbiker. Weniger als halb so viel Gepäck wie ich, sie machten fast keine Worte, schienen hochgradig konzentriert, hatten im Nu ihre Superleichtzelte abgebaut. Mir schien es als wenn sie einer sportlichen Meditation nach gingen. Zum ersten Mal hatte ich Verständnis für Mountainbiking mit den wirklich kostspielig ausgestatten Fahrrädern.

Ich bin drauf, auf dem Boot.

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Häuten

„Das ist ja zum aus der Haut fahren“ Schlangen können das. Gestern hatte ich eine große , dunkle wohl genauso beim Sonnen erschreckt, wie sie mich beim Radfahren; im Nu war sie vom Weg im Gebüsch und als ich kurz darauf eine schöne, kleine Kirche sah, zeigte sich, dass die Größe der Schlange wohl nicht eingebildet war. Eine große Schlangenhaut lag da rum.

Kurz darauf wurden die archaischen Schreckensmuster von den zivilisatorischen abgelöst. Novalja ist eine Partymeile, aber in den letzten Zügen für dieses Jahr. Entsprechend günstig bekam ich ein Zimmer.

Ob ich hier gut weiterkomme entscheidet sich morgen. Habe den Fahrrad-Christo gemacht und hoffe, dass ich morgen mit dem Gepäckatück mitgenommen werde. Fahrräder werden nicht mitgenommen.

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Pag


Jetzt gerade in Pag City. Schöne Wege hierher, besonders die nicht asphaltierten. Karg sehr karg, fast wüstenähnlich. Soll das Ibizza Kroatiens sein. Bisher Glück gehabt. Sogar der Kaffee kostet wie sonst auch irgendwo im Landesinnern.

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Naviki Non & Yes

Hatte ja gesagt, dass ich auf die Tracks von Naviki vertraue. Es ist interessant was bei der Routenplanung unter der Rubrik „Alltag“ hier herauskommt. Mit einem Alltagsrad waren die Wege teilweise nicht wirklich zu befahren und auch mit dem Graveler hatte ich wegen des Gepäcks Probleme. Aber Naviki ist ja eigentlich eine gute relativ unkommerzielle Sache.
„Komoot“ wird in der Beziehung und weil alle „Komoot“ sagen immer unappetitlicher.

Eigentlich ein Grund bei Naviki mitzumachen, anstatt sich im enttäuschten Konsumentenverhalten zu suhlen.
Aber da stand plötzlich ein nicht angeleinter, großer, schwarzer Hund auf einem Schotterweg neben einem kleinen Anwesen. (Da kann Naviki natürlich nichts dafür) Ich hatte keine Lust seine Verteidigungsbereitschaft auszuprobieren, zumal er nicht anschlug, sondern, so wie ich ihn, mich wachsam in der entsprechenden Entfernung beobachtete.

Gleichwohl machte ich einen riesigen Umweg auf dem Asphalt. Ein neuen Track umfuhr ich auch asphaltmäßig, mit wenig Autoverkehr.
Um dann später in „Latinska Islam“ -interessanter Ortsname, der wohl etwas mit der osmanisch-habsburgischen Militärgrenze zu tun hat- festzustellen, dass der Track hinter einem gut verschlossenen Tor und Zaun lag. Spätestens hier, wäre ich, hätte ich dem track gefolgt, nicht weitergekommen.
Hatte ich also richtig gemacht mit dem Asphalt.
Das ist natürlich echter Mist und ich muß mich wieder stärker mit der Wegeplanung beschäftigen. Das war gestern, am 13. September.

Auf dem Weg sah ich auch eine orthodoxe Kirche. Zumeist sind es Serben, die sie besuchen und ihre Gottesdienste dort feiern.
Serben sind als Wehrbauern entlang der Militärgrenze von den Habsburgern im 18. Jahrhundert in Kroatien, wie das Land heißt durch das ich gerade fahre, angesiedelt worden. Und in den jugosslawischen Bürgerkriegen gab es die serbische „Republik Kraijna“ dort, die sich ziemlich nah ans Meer ausdehnte. Alles schwer und mit irgendeinem schwarz-weiß Denken nicht zu verstehen

Jetzt sitze ich gerade an der Brücke vom Festland auf die Insel Pag, an einer Imbisbude mit Radiomusik. In Novalja fährt ein Schnellboot nach Rijeka. Das nimmt aber keine Fahrräder mit. Aber vielleicht verpackte.

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Konoba

Heute wollte ich möglichst früh etwas essen. Es war noch keine 12 als ich dem Spießbraten über den Weg fuhr.
Konoba stand auf dem Haus daneben. Gegessen wurde in einem Waldstück von Männern, mit Oberarmen, die ihre SUVs gar nicht brauchten; so wie diese ausgebildet waren, konnten sie bestimmt super schnell Rollstuhl fahren.
Natürlich tranken die motorisierten Herren Bier, einige aber auch Schnaps.
Der Mann der das Fleisch herantrug meinte ich solle mindestens 300 gr Lammfleisch nehmen. Ich handelte ihn auf 200 gr, einen gemischten Salat und Brot, das auch extra geordert werden mußte und ein Glas Wasser herunter.
Das Fleisch war zäh, was ich aber voll o.k. finde. Wenn man nach dem Motto ißt, dass das Gemüseessen von den Schlachttieren besorgt wird, soll man es nicht ganz so leicht haben. Im Haus rumste dauernd ein Fleischbeil. Es schien nicht besonders scharf zu sein, oder es ging durch dicke Knochen, es klang nach Brechen, nicht nach Schneiden.
Mir fehlt viel vom Mitgefühl für beseelte Wesen; richtig wohl hatte ich mich in dem Ambiente dort aber nicht gefühlt. Sich an Fleisch satt zu essen halte ich eh für quatsch, aber erzähl das mal einem Inuit. Und die Rechnungen die da so aufgemacht werden….vielleicht hat der Carbonrahmen von meinem Fahrrad eine schlechtere Bilanz, als der nährende Teller Fleisch den ich da hatte. Vielleicht war das Schaf irgendwo herumgelaufen in der Nähe, bevor es in dem zweckmäßigen Grill gelandet war.

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Schotter


Ich witzel manchmal so dadwitzmäßig, ein Gravelbike sei ein Schotterrad. Udo Lindenberg hat es besser hingekriegt, mit seiner Muttersprache in seinem Ausdrucksspektrum. Aber Birnen sollen auch nicht mit Äpfeln verglichen werden.

Zumindestens waren viele Wege heute mehr als Gravel; so für VDM, Velo de Montagne eher. Pfade als Spurrille in denen die Tretlagerhöhe nicht ausreichte und die Pedale aufsetzten.
Einmal sogar bei langsamer Fahrt einen Umfaller gehabt, nicht schnell genug aus den Bindungspedalen gekommen.
Öfter mal geschoben dann. Aber schön war’s und einsam. Ein paar Mal brauchte ich Wasser. Mit der Fahrradklingel, einem kräftigen „Dober Dan“ und „Voda molim“ bekam ich, was ich wollte von super freundlichen Menschen in der dünn besiedelten Landschaft Ein Mann wollte mir unbedingt ein Glas Wein andrehen, seine Frau schämte sich fremd, erklärte ihn für bekloppt, tat in das eiskalte Wasser, das er aus dem Kühlschrank holte, etwas warmes, ich glaube sie meinte, das sei sonst ungesund.

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Kaštel Lukšic

Bin in Dalmatien zwischen Split und Trogir. „Trau“ steht auf der OSM Landkarte. Frag mich mit welcher Absicht diese Städtenamen dort untergebracht sind, die keiner von den Deutschsprachigen, die ich kenne, benutzt. So z.B. auch „Bastnach“ für Bastogne in Belgien oder „Altturn“ für Stara Tura in der Slovakei habe ich mal dort gelesen.

Der Tag, an dem ich mein Fahrrad durch Ancona geschoben habe, muß anstrengend gewesen sein; habe auf der Fähre bestimmt 8 h geschlafen, auf dem Boden im Poltrone Saal, so heißen die Schlafsessel, Poltrone. Sonst war es lustig da mit einer großen Gruppe ItalienerInnen in meinem Alter, die sich wie eine Jugendgruppe benahmen.

Eine besondere Art von Morgengrauen bildete sich rot am Dalamatinischen Horizont ab. Eine von den Inseln brannte. Ich glaube Brac oder Hvar, wo es auch laut Meldungen gebrannt haben soll. War zu benommen um das genau zu lokalisieren.

Versuche mich entlang der Küste nach noch Norden zu bewegen, mal sehen wie das klappt. Auf der Küstenstraße geht das nicht, zu gefährlich. Ich vertraue den Tracks von Naviki….was heute schon sehr abenteuerlich und lustig war.

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Il Francobollo, die Briefmarke

Früher…….gab’s Briefmarken in Italien an jeder Ecke. Jeder mit „Tabacchi“ gekennzeichnete Kiosk, wie in Frankreich die Tabakläden mit dem roten Kegel oder in Östereich der Trafikant, hatte Briefmarken.

Lohnt sich nicht mehr für die kleinen Läden. „Valori Bollati“ steht da immer noch drauf, ham se aber nicht, zumindestens, die Wertmarken von der Post nicht mehr.

Ich wollte aber eine Postkarte verschicken.

Ein Postamt gefunden. Eine Nummer gezogen. War wohl verständlich, was ich wollte, „Ma, per dove?“ Wohin? Sie tippt eine halbe Minute auf der Tastaur, verschwindet für anderthalb Minuten im Hinterraum, bringt ein selbstklebende Briefmarke mit, legt ein Papier in den Drucker, der eine Quittung über 3,30 € ausdruckt.

Bei dem Aufwand müßte das ja eigentlich viel teurer sein. Aber sende eine Postkarte aus Italien, ein wertiges Geschenk.

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Vorrei andare per Croazia

per che non

Gestern abend habe ich schon mal geschaut…
„Spalato“?, wo fahren die mit der Fähre hin?
Italienisch ist halt nicht weit weg vom Lateinischen und schon der gute Diokletian war ein Yugo aus Spalatum, das antike Split.
Aber Römer und Yugos gibt es ja nicht mehr, dafür Kroaten und Dalmatiner. Aber nicht alle haben Punkte. Ich könnte jetzt einen machen.
Habe aber 10 Stunden Zeit für die italienische Adria. Hatte ich immer gemieden. Vielleicht sehe ich etwas Schönes gleich.
Gestern abend war ich ganz nah am Bahnhof von Ancona untergebracht, bin nach den 8 h Nahverkehrszug noch da herum spaziert.
War schon befremdlich für mich. Es ist ein Ghetto dort. Menschen, sehr orientalisch und Häuser total runter gekommen. Fast keine Frauen unterwegs, nur lungernde Männer
So wird der Hass forciert. Und was wäre die Antwort des Marktes? Gentrifizierung. Sag mir keiner, dass Hass nicht käuflich ist. Ach Quatsch: Hass ist „Conditio Humana“.

Bin schon eingescheckt nach Split. Sitze gerade vor dem Schalter nach Igoumenitsa bzw. Patras in Griechenland. Da wollte ich eigentlich hin. Dafür fehlt aber die Zeit.

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