Das Päckchen

Ich glaube vom reinen Volumen nimmt das Fahrrad weniger Platz ein als die großen Rollkoffer. Ist aber ein wenig sperrig. Passt da, wo die Sitze rückseitig aneinander ein Dreiecksloch bilden gut hinein. Zug gerade in FfM. Da braucht er länger. Hauptbahnhof, Flughafen und dann „fliegt“ er durch Taunus, Westerwald und Siebengebirge.

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Bilder machen

Damit fängt es an, damit hörts auf.
Alles ist Image!
Ich muß mir doch erst ein Bild davon machen!
Das hätte ich nicht erwartet!
So habe ich mir das nicht vorgestellt!

Und die, die mit allem zu Frieden sind und den vorgegebenen Götzenbildern opfern, werden von mir auch noch verachtet. Eigentlich nur, wenn sie nicht zu Frieden sind bzw. wenn das Götzenbild dynamisch ist, und immer wieder Hunger erzeugt, immer wieder ein neues Image erfüllt werden muß.

Und verachten will ich es eigentlich auch nicht, weil ich es auch nicht besser weiß.

Diese Religionen, die die Bilder verbieten, sagen etwas anderes. Am Anfang war das Wort, damit fängt es an, damit hört es auf. Α bis Ω. Haben sie es besser gemacht?

Höchstwahrscheinlich die Abstraktion beflügelt. Läuft nicht alles in Bildern…oh Mist, da gibt es zig die das erforschen, ich kann ja noch nicht mal Schachspielen

Max Frisch hat einmal, in Bezug auf dieses Gebot, herausgefunden, dass wir uns von Menschen, die wir lieben kein Bild machen. Das war für mich schon einmal sehr wichtig. Viel besser als diese Religionslehrer*innen Erklärung, das Judentum als erste Anti-Bilder-Religion habe sich halt von dem götzendienenden Kram distanzieren wollen.

Er führt dann weiter aus, seine Mutter habe sich von ihrer Lehrerin nicht in das Image drücken lassen, nie stricken zu können. Sie sei eine Meisterstrickerin geworden. Schön…vielleicht wollte die Mutter aber auch nur der gut strickenden Frau entsprechen. Dieses Bild war also stärker. Toll, was man mit Worten machen kann…und Max Frisch, konnte es bestimmt besser als ich, also, mit den Worten was machen.

Stehe gerade in Ingolstadt. Ingolstadt Bild ist, horch (Dadwitz), Audi-City. Deshalb ist die Bahnhofshalle vieleicht auch nicht so schick, weil mensch eigentlich Auto fährt. In dem Moment, hier auf dem Bahnsteig, als ich mich umschaute, wo hier das Audi Image sei, schaue ich auf einen Bahntransport funkelnagelneuer Audis. Warum muß ich, der erklärte Automobilverächter, an eine Automarke denken, weil die Stadt wo ich bin, dieses Image hat? Wie lang wird es dauern, bis der Wolf Image mäßig Wolfsburg zurück erobert hat.

Warum schafft Deutschland nicht, obgleich es kurz davor war, den Durchbruch von der Verbrenner-Nation zur Solar-Nation. Meine Vermutung: Weil es sich im Solarium verbrannt hat.

Mein Image: Wenn es richtig Ernst wird kasper ich rum. Bild oder Charaktereigenschaft, selbst gemacht, fremd bestimmt. Es ist ein Reflex auf das, was so alles verzapft wird und dann doch vielleicht das eigene dumme Geschwätz von gestern ist. Worte sind auch nicht besonders „stabil“.

Also doch mit Bildern? Ja…aber nicht von der KI.

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Neustadt an der Donau

Abbruch?
Habe irgendwie die Pappe auf und genug am Rad gedreht. Dann noch etwas gelesen von stürmigen Westböen heute. Dann im DB Navigator gelesen, es würden zur Zeit keine Fahrräder wegen irgendwelcher Wies’n (in Nürnberg?) nicht mit genommen.
Kurzerhand mir ein ICE Ticket gebucht, erst spät am vormittag, damit ich das Rad noch einpacken kann.

Waddenequatsch! Und diese Art von „Abbruch“ …..als wenn ich in der Pubertät wäre. Draußen ist kalt, 2⁰. Es soll aber tagsüber fast eine Null dahinter kommen. Ich kenne diese negative Abbruchsstimmung in mir schon lange, aber es gibt auch eine Stimmung, eine gewachsene, die darauf absolut keinen Bock hat.
„Alter, chill mal ein bischen.“
Warum Sorgen machen ob ich mit meinem Fahrradpaket in den ICE komme? Hat schon öfter geklappt.
Und in einer Reisesituation zu sein, die nur noch Stress ist? Einen Pass sich hochzuquälen, ist Urlaub und, in einem ICE zu fahren, ist Stress? Immer denke ich mir die Dinge in Gefühle.
Wie wäre es denn, wenn ich bei dem nächsten fetten SUV, der mich fast in den Straßengraben fährt, denke: So einen hätte ich auch gerne. Könnte ich, mache ich aber nicht.
Und ich denke gerade, wie schön es ist, mit dem obligatorischen Frühstück, die leeren Speicher wieder auf zufüllen.
Un die positiven Erinnerungen, die einen hoch halten? Die Bilder, die ich mir gemacht habe? Gestern z.B. noch?

„Du sollst Dir kein Bildnis machen!“ Ich habe immer gerne Bilder gemacht. Als 13jähriger hatte ich schon eine Dunkelkammer, ein Vergrößerungsgerät.
Blumenmuster waren ja erlaubt, bei den strengen Zisterziensern oder im Islam, mit seinem konsequenteren Bilderverbot als im Christentum, wo die Kirchen oft der reinste Wandcomic sind.
Die Entwicklung des Bildes, das „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ hat den Turbogang eingelegt; wer will heute noch auf ein Foto?

Das Bilderverbot kommt immer wieder, jetzt individuell mit dem Recht auf das eigene Bildnis.

Später geht’s weiter. Muss Material besorgen um das „Packerl zu packen“.

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Rolling Hills

Rollt nicht so richtig. Der Wind kommt aus Nordwest, da muß ich hin. Ist aber trotzdem schön. Richtig nette Wege durch die Landschaft ohne KfZ Verkehr.

Kurz vor Landshut, also in Niederbayern, also ich gerade. Das Bild ist aber noch irgendwo in Oberbayern aufgenommen.

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Mühldorf am Inn

So scheen is hier nimma.
Das Bild oben war nicht weit von der Salzach, jetzt bin ich schon am Inn.
Muss ich mir mal anschauen, diese Geologie der Endmoränen Hubbel…..

Tasse Kaffee zum Aufwärmen gerade. Bei 8⁰ bin ich los gefahren, jetzt sind es 10⁰. In einem Raiffeisen Laden ein paar gefütterte Arbeitshandschuhe gekauft. Sehen ein wenig aus wie W.H. Audens „Let the traffic policemen wear black cotton gloves“ sind aber aus weißem Leder . Bin eine Schande für den Sport: Fahre mit a „Müllwerkerwesten“ und Arbeitshandschuhe. Weiter nach Landau.

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Tittmoning

Beim Frühstück. Eine Art Motel. Eine stark befahrene Landstraße als Panorama. Bin fast auf der Höhe von München. Die Pappe vom Joghurtbecher markiert, wo ich ungefähr bin.
Gestern noch 40 km hierauf gefahren, von Sa’zburg, das L lassen die in der Aussprache weg, also an der Sa’zach entlang. Will mich moch quer durch’s Land versuchen, Richtung Nürnberg, da war ich noch nie.

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ÖBB

Ist ein ICE fähiger Zug von der Bundesbahn auf dem ich gerade durch die Gegend gondel. Wunderbar, die fahren hier sogar pünktlich. Nach Frankfurt soll der weiterrollen. Ich steig aber in Salzburg aus. Hätte sonst auch keinen Platz für das Fahrrad.
Hier sind zwei eBike Herren im Zug. Der eine passt auf seins auf und kommentiert eifrig, das Verräumen der übrigen Räder. Der andere will mich interviewen und irgendwie hat er nicht das richtige Einfühlungsvermögen für mich. Sein insistierendes „Woher, Wohin?“ beantworte ich mit „Sind wir nicht alle auf der Reise?“ und gefalteten Händen. Er gibt bald auf.
Ein wenig arschig von mir, aber ich weiß mir gerade nicht anders zu helfen.
Gleichwohl hat sich das Fahrrad in den Alpen weiter entwickelt und angesichts dessen bin ich ein Konservativer, obgleich nicht ganz. Konservative, sind die, die mit den Veränderungen klar kommen, in dem sie mit Macht etwas ändern wollen, was ihnen zur Heilung ihres bitteren Gefühls reicht. Konservative wollen nicht die Gesamtproblematik sehen. Sie sägen sich einen Teil aus dem großen Schachbrett und halten sich dort für geniale Spieler.
Mein bitteres Gefühl: Auf den Talstraßen kannst Du an die Pässe nicht mehr ranfahren. Der Radfahrer hat jetzt Motor und nähert sich auf Seitenwegen, mit doppelt soviel Höhenmetern. Mein konservatives bitteres Gefühl steht dem des konservativen „Blechkistenfahrers“ gegenüber.
Aber ich finde es nicht gut, dieses „bittere Gefühl“. Schachspielen kann ich auch nicht. Vollkommen überfordert die Zusammenhänge zu denken. Und was für ein nasser Furz ist das, ob ich einen Weg mit dem Fahrrad fahre. Und wie schön.

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Mallnitz

Hier ist der Bahnhof vor dem Tunnel von Kärnten in Salzburger Land. Meine „Alpenträume“ enden in einem Tunnel. Das klingt so’n bischen wie die Drohung meiner Mutter „..und zu Weihnachten guckst Du in die Röhre!“ was für andere Kinder hieß, dass sie vom „Weihnachtsmann“ nichts bekommen würden, wenn sie nicht artig seien.
500 hm auf 7 km hat der Fahrradcomputer mir hier hoch von Obervellach angezeigt. Es ging so mit Ach und Krach, der Großglockner mit noch 60 km Anfahrt und einem vielfachen an Höhenmetern wäre ein Fiasko geworden. Hätte heute überhaupt nicht geklappt. Ich hatte die letzte Nacht fast gar nicht geschlafen. Der Hals hinten geht scheinbar beim Schlafatmen immer wieder zu. Immer wieder nach Luft geschnappt.
Vielleicht habe ich einfach auch ein Erkältung, die Stimme klingt so, kam aber so auch ganz abruppt mit dem Wespenstich im Mund.
Zuerst hat ich hier am Fahrkartenautomaten ein Schockmoment, keine Tickets mehr für „mit Fahrrad“. Im Internet, bei der ÖBB gings dann problemlos. In 2 Minuten soll der Zug kommen.

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Obervellach oder was mach ich mit dem Päckchen?

Dieser Spruch:
Jeder hat sein Päckchen zu tragen

Ich überlege ob ich eins mit der Post verschicke, das Rad leichter mache. Es ist ja eigentlich ein sehr leichtes Rad. Das wäre zumindest einfacher als die Übersetzung zu ändern.
Ich könnte auch mit dem Zug durch den Alpenhauptkam fahren. Es gibt einen Tunnel ganz in der Nähe. Dann wäre ich in 2 h in Salzburg. Jetzt noch. Will aber über den Großglockner…schaun wer mal.

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Spital an der Drau

Es geht nicht richtig weiter.
Die Wespenstich im Mund hat sich ca 2 h wie eine Supernarkose vom Zahnarzt angefühlt. Habe in einer Bar einen großen Eiswürfel bekommen, das hat geholfen.
Und meine Strecke war wirklich gesperrt, 20 km bis Feistritz an der Drau. Ich mußte aauf dem „Drauradweg“ 20 km, glaube sogar mehr, mit meandrieren; Meandrieren bedeutet, dass der Fluss sich schlängelt, Meander ist ein Fluß in Kleinasien, der das besonders stark tut.

Aber ich bin wohl einfach noch fertig von gestern. Geht jetzt einfach nach dem Motto weiter „Du kannst nichts erzwingen“ und „mich bergauf“ treiben lassen.

Ach, und ich hatte einen Grund einen fetten Eisbecher zu bestellen. Der Mund muß ja gekühlt werden.

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