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Emanzipation des Automobilisten
Warum wurden die SUV so populär?
Die PKW Fahrer waren es leid, dass Fußgänger und Radfahrer auf sie herab schauten.
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Kühe
„Ich empfand es als Blasphemie, als jemand in Deutschland zu mir sage: Die Strasse gehört dem Motor. In Irland war ich oft versucht zu sagen: Die Strasse gehört der Kuh. Tatsächlich werden in Irland die Kühe so frei zur Weide, wie die Kinder zur Schule geschickt; herdenweise nehmen sie die Strasse ein….“ aus Böll, Heinrich; Irisches Tagebuch, München 1963
In Deutschland, heutzutage , gehört die Straße immer noch nicht dem Motor. Sie gehört auch einer Kuh, einer heiligen Kuh, dem Automobil. Der „Motor“, rational eingesetzt, sähe ganz anders aus. Vielleicht stellt das spanische Wort „Coche“ es am besten dar. Die Kutsche, das Fahrzeug von größenwahnsinnigen, übergeschnappten Adeligen, die alles im Überfluss haben und auf die anderen herabschauen. Auch wenn dieser „Adel“ verbreitet ist, es können gar nicht alle mit Autos fahren. Das gibt der Platz nicht her, und jetzt ist er schon zu knapp verteilt, ungerecht, für Menschen die sich das Recht des Stärkeren leisten können und, noch schlimmer wollen.
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Verbrennung

„Starre endlos in Holzfeuer
Mich verzückt ein Grasbüschel im Asphalt“
Habe mal ein Gedicht geschrieben das so endet.
Warum hat die Verbrennung von Kohlenstoffverbindungen immer noch diese Bedeutung? Die offene Flamme ist aus dem Wohnbereich verbannt. Vor Kurzem gab’s Ärger, als ich in meiner Küche einen Gasherd haben wollte.
Hat die Steinzeit es geschafft sich so raffiniert, zB. in einem mit Kameras bewehrten, fast von selbst fahrenden, Automobil da zu bleiben? „Elektroautos haben keine Seele“… abgesehen davon, dass die Staus bei Elektroautos und Verbrennern dieselben sind, es ist wirklich so: Die Seelenwanderung mündet in die Maschine: Das ist Kultur.
Sonntag, der 19.04.26
Gut geschlafen, besser als zu Haus. Die gedehnte Zeit ist da. Das Radfahren ist Routine, aber selbst die bekannten Strecken aus der Stadt hatten sich gestern neu gezeigt.
Das Sehenswürdige tritt mir unter die Augen…..aber so ist meine Sichtweise nicht. Die Eindrücke rücken den Kopf zurecht.
Am Morgen geht’s direkt mit großer Steigung bergan, die Übersetzung am Rad ist zu anspruchsvoll für das Gewicht des Fahrrads oder auch des Fahrers, aber es geht.
Meine Begegnungen sind sogar recherchierend: Gab es hier mal eine Schreinerei? ich frage deshalb…..bin auf den Spuren meines Vaters, der in den letzten Kriegsjahren Schreiner im Sauerland lernte.
Bei all dem Bohren, dem Begreifen- und Erklären-Wollen, ist immer noch die Sehnsucht, urteilsfrei da zu sein, in der Gegend im Raum, in der Zeit.
Schwerelos will ich sein, obgleich das Radfahren bergauf so mühevoll ist und selbst bergab ist es nicht schwerelos.

Die Kuppen kahl; der Wald der kürzlich da entstand aus der gleichen Gier wie er vor längerer Zeit verschwand- Die Täler dicht besiedelt

Gibt’s hier auch Kaffee für Nicht-Mitglieder? – Ja, kost aber 12 €. – Der Humor ist breit und einfach. Hatte ich getroffen. Vielleicht treffe ich den nur.
Münster war dann später, trotz Gegenwind magnetisch, auch weil ich eine Bahn um 21:07 nach Essen bekommen wollte. Intensiv war das Wochenende.
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Samstag der 18.04.26
Am Rad drehen, um nicht mehr am Rad zu drehen.
Habe nie begriffen, wenn die Menschen suggerierend meinten, ich würde mir meinen Kopf frei fahren.
Aber am „Raddrehen“ bewahrt mich davor am Rad zu drehen.
Vielleicht ist es nicht das Fahrrad. Aber die körperlich Anstrengung gehört dazu. Glaub nicht, dass es eine bessere Form von „Erfahrung“ gibt, die das Erleben in ruhige Wasser lenkt; Erfahren, das lindernd wirkt.
Die körperliche Wucht und der geistige Stachel pendeln sich aus; das Denken wird beruhigt indem der Drang nach Bewegung nicht gedacht werden braucht. Die Regung steht der notwendigen Bewegung gegenüber, stellt sich zurück.
Au weia……wann wird es formulierbar?

Markt in Hennef. Ein Platz der 70ziger Jahre höchstwahrscheinlich. nahe dem Bahnhof. Wie es hier vor dem WW2 ausgesehen haben mag?

Das war irgendwo an der rheinisch-westfälischen Sprachgrenze. Hatte eigentlich ein Foto gemacht, weil ich von der antiquierten Landwirtschaft mit dem Kaltblpüter so beigeistert war. Die junge Frau, die das Pferd führte, war sich, im Gegensatz zu den beiden älteren Menschen, die noch dabei waren, bewußt, dass ich Unfug mit dem Handyfoto machen könnte. Deshalb habe ich es abgezeichnet
Veröffentlicht unter Reisen
Kommentare deaktiviert für Samstag der 18.04.26
Zwischen Arnsberg und Werl
Bin auf Radtour zwischen Arnsberg und Werl, will nach Münster, war tief im Sauerland, bei Lennestadt, Elspe, wo mein Vater eine Zeit Schreiner in den letzten Kriegsjahren gelernt hat.
Mit Arnsberg assoziiere ich viel Unglück: Von hier aus wird bergrechtlich, konzernfreundlich das rheinische Revier verwaltet, hier hat unser derzeitige Bundeskanzler seinen Wohnsitz irgendwo.
Über Werl geht’s gleich Richtung Münster. Bei diesem Ort fällt mir als erstes meine Großmutter immer wieder ein, die von Dortmund aus regelmäßig zu Exerzitien dorthin fuhr und Franz von Papen, der Totengräber der Weimarer Republik, der in Werl geboren ist.
Gebürtig ist Merz aus Brilon, das weiter entfernt von Werl ist, aber liegt hier um es im völkischen Jargon zu formulieren ein territorial-genetischer Defekt vor? Was für ein Blödsinn, ja, was für ein Blödsinn.
Aber die Gruppe der „katholischen Westfalen“ scheint mir grundgefährlich.
Abstammungsmäßig bin ich selber einer, zahle aber mittlerweile evangelische Kirchensteuer.
Also, wenn es die Gruppe der „Zuwanderer“ gibt, gibt’s bestimmt auch die Gruppe der „Katholischen Westfalen“, die sich nach Berlin verlaufen hat.
Muttersöhne
Wenn das Patriarchat gestürzt ist
Verschwinden dann auch die Muttersöhne?
Die, die mit Grundvertrauen
Der noch so dümmsten ihrer Sachen
Sich sicher sind
Und was ist mit den Vatertöchtern?








