Kurz vor Garmisch in der Bahn…

…schwadroniert und mansplained ein Münchner,“wo jetzt ganz viel günstiger in Thüringen in Rente lebt“, gegen den drohenden Regen dann:
„Da nehm’n ma erst ma a gscheites Weißbier und Weischwürschtel und da schauen Ma weiter.“

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Augsburg


Warum mit dem Nahverkehr/Deutschland Ticket?
Rational lässt sich das nicht erklären. Hätte ich frühzeitig gebucht, könnte ich bestimmt jetzt schon von Mittenwald in die Leutasch hochfahren. Stattdessen warte ich um 7:30, in Augsburg im Zug, dass er endlich losfährt.
Aber ich wußte bis vor kurzem gar nicht, ob, wie und wohin ich fahre. Wenn die Spontaneität nicht da ist, schrecklich. Deshalb springe ich gerne einfach so auf die Bahn, steige aus, wo es passt und pariere die Verspätungen, damit, dass ich mit dem Fahrrad viel langsamer wäre.
Angesichts der derzeitigen allgemein politischen Situation kann doch auch nur noch Spontanheilung helfen.

Ein anderer Grund für meine Affinität zum Nahverkehr ist, dass ich im Urlaub die Menschen in ihrer Alltäglichkeit erlebe. Ich glaube, dass sehr viele der Reisenden zur Arbeit fahren, stark abgelenkt von ihresgleichen, starr den Blick in das Mobiltelefon.

Doch jetzt kommt gerade die Schaffnerin, scannt die vielen Handys, wünscht dabei mit Augenkontakt den Menschen, jedem Einzelnen „einen guten Start in die Woche“. Es hallt durch den Wagen wie der „Leib Christi“ Ausspruch des katholischen Priesters im Hochamt. Aber es kommt von Herzen, wirklich sehr überzeugend für mich.

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Alpenträume

Über die Alpen mit dem Fahrrad. Wann das letzte Mal? 2008 oder 2009 mit dem Neffen. Über den Großglockner.
Und wie oft über’s Timmelsjoch? 4-5 mal. Einmal, 1993, mit einem 20″ Faltrad, einem umgebauten ehemaligen Mifa Klapprad. Das wollte ich wieder machen. Schauen, ob ich das noch schaffe.
Diesmal einem Dahon Eingang-Faltrad mit Rücktrittbremse eine Gangschaltungsnabe und ordentliche V-brake, also auch Cantilever Sockel, verpassen, also umbauen.

Fiel so aus.
Hatte zu wenig Vorlaufzeit genommen. Die Sockel am Hinterbau hatte ich gut angelötet, das Laufrad mit der 8 Gang Nexus leidlich eingespeicht. An der Gabel saßen die Sockel auch an der richtigen Stelle, auch gut verlötet, aber die Fixierschrauben aus Edelstahl in den Sockeln hatten sich dort verbacken, zuviel Hitze, die Köpfe brachen ab, als ich die Lehre abnehmen wollte. Ich versuchte die SchraubenReste hektisch aus zubohren und ein Fehler der Unbesonnenheit folgte dem anderen. Die Essenz: Die Schraubenreste sind immer noch in den Sockeln; in einem steckt sogar ein gehärteter Linksausdreher.

Nun fahre ich mit einem modernen Carbon Gravelbike über den Alpenhauptkamm. Auch das kann ich ziemlich klein auseinander und in die Hand nehmen, vielleicht wird das notwendig. So war das in den Neunzigern mit dem Klapprad. Ich fuhr damit z.B. nach Italien per Autostop. Jetzt müssen Deutschlandticket-mäßig Nahverkehrszüge mich mitnehmen.
Das ist etwas berechenbarer und dafür brauche ich das Rad nicht demontieren.

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Vorbei sind die Kinderspiele

Childhood is over
Take the Push-Bike

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Pappe auf

Less Car More Care

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Emanzipation des Automobilisten

Warum wurden die SUV so populär?
Die PKW Fahrer waren es leid, dass Fußgänger und Radfahrer auf sie herab schauten.

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Kühe

„Ich empfand es als Blasphemie, als jemand in Deutschland zu mir sage: Die Strasse gehört dem Motor. In Irland war ich oft versucht zu sagen: Die Strasse gehört der Kuh. Tatsächlich werden in Irland die Kühe so frei zur Weide, wie die Kinder zur Schule geschickt; herdenweise nehmen sie die Strasse ein….“ aus Böll, Heinrich; Irisches Tagebuch, München 1963

In Deutschland, heutzutage , gehört die Straße immer noch nicht dem Motor. Sie gehört auch einer Kuh, einer heiligen Kuh, dem Automobil. Der „Motor“, rational eingesetzt, sähe ganz anders aus. Vielleicht stellt das spanische Wort „Coche“ es am besten dar. Die Kutsche, das Fahrzeug von größenwahnsinnigen, übergeschnappten Adeligen, die alles im Überfluss haben und auf die anderen herabschauen. Auch wenn dieser „Adel“ verbreitet ist, es können gar nicht alle mit Autos fahren. Das gibt der Platz nicht her, und jetzt ist er schon zu knapp verteilt, ungerecht, für Menschen die sich das Recht des Stärkeren leisten können und, noch schlimmer wollen.

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Balance of Power

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Straßenverkehrs-Unrecht

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Verbrennung


„Starre endlos in Holzfeuer
Mich verzückt ein Grasbüschel im Asphalt“

Habe mal ein Gedicht geschrieben das so endet.
Warum hat die Verbrennung von Kohlenstoffverbindungen immer noch diese Bedeutung? Die offene Flamme ist aus dem Wohnbereich verbannt. Vor Kurzem gab’s Ärger, als ich in meiner Küche einen Gasherd haben wollte.

Hat die Steinzeit es geschafft sich so raffiniert, zB. in einem mit Kameras bewehrten, fast von selbst fahrenden, Automobil da zu bleiben? „Elektroautos haben keine Seele“… abgesehen davon, dass die Staus bei Elektroautos und Verbrennern dieselben sind, es ist wirklich so: Die Seelenwanderung mündet in die Maschine: Das ist Kultur.

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