Vorrei andare per Croazia

per che non

Gestern abend habe ich schon mal geschaut…
„Spalato“?, wo fahren die mit der Fähre hin?
Italienisch ist halt nicht weit weg vom Lateinischen und schon der gute Diokletian war ein Yugo aus Spalatum, das antike Split.
Aber Römer und Yugos gibt es ja nicht mehr, dafür Kroaten und Dalmatiner. Aber nicht alle haben Punkte. Ich könnte jetzt einen machen.
Habe aber 10 Stunden Zeit für die italienische Adria. Hatte ich immer gemieden. Vielleicht sehe ich etwas Schönes gleich.
Gestern abend war ich ganz nah am Bahnhof von Ancona untergebracht, bin nach den 8 h Nahverkehrszug noch da herum spaziert.
War schon befremdlich für mich. Es ist ein Ghetto dort. Menschen, sehr orientalisch und Häuser total runter gekommen. Fast keine Frauen unterwegs, nur lungernde Männer
So wird der Hass forciert. Und was wäre die Antwort des Marktes? Gentrifizierung. Sag mir keiner, dass Hass nicht käuflich ist. Ach Quatsch: Hass ist „Conditio Humana“.

Bin schon eingescheckt nach Split. Sitze gerade vor dem Schalter nach Igoumenitsa bzw. Patras in Griechenland. Da wollte ich eigentlich hin. Dafür fehlt aber die Zeit.

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In der Poebene

Der Nahverkehrszug mit einem riesigen Fahrradabteil rattert durch dichten Regen nach Bologna. Auf den, in diesem Sommer vertrockneten, mehr schlecht als recht abgeerntneten, Äckern steht das Wassser. Für die Landwirte muß das zum Heulen sein.

Zuletzt bin ich in den Neunzigern hier durch. Damals klingelten wie verrückt die Telefonini beendet von einem Pronto und einem lauten Gespräch, das von denselben Geräuschen umgeben war. Jetzt klingelt michts mehr; nur scheinen alle

in Selbstgespräche versunken, wie bei uns auch, mensch mit Knöpfen in den Ohren murmelt. Ich bin gespannt wie der Umstieg in Bologna wird.
Wie gesagt, die Fahrradabteile sind riesig, können platzsparend viele Fahrräder aufgehängt unterbringen. Höchstwahrscheinlich kriegen eBike Fahrer Probleme, wenn sie die Dinger da hoch hieven müssen.

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Bolzano / Bozen

„Ich nehme einen Gerstenkaffe und einen Apfelstrudel!“
Teutonischer geht’s nicht.
Interessant, wie hier die deutsche Sprache -schwarz, rot und gold- beflaggt wird. Schwarzrotgold war’s hier noch nie und überhaupt ist es witzig, wie die neuen deutschen Faschisten mit dem „Reichsbanner“ wedeln, wo doch schon mal eine gegen sie gewandte Organisation „Reichsbanner Schwarz, Rot, Gold“ hieß.
Aber die alten sind nicht die neuen Faschisten und die, die das Wort gebündet geboren haben, Mussolini & Co, waren keine deutschen Nationalsozialisten, obgleich sie vielleicht sozialistischer waren, wohl Mussolini, von der Herkunft her.

Verbrecher waren sie allemal. Warum werden sie nicht als Verbrecher kategorisiert? Auch wennn das Volk das Verbrechen wählt. Wird das Verbrechen erst Verbrechen, wenn es ausgeübt wird, ist es erst dann strafbar? Was ist mit der Anstiftung zu Straftaten? Das Verbrechen ist tief in der politischen Kultur verankert, wie z.B. an der politischen Verhinderung der Strafverfolgung von Wirtschafts- und Steuerdelikten gesehen wird. Und irgendwann bekommen dann die Verbrechen gegen die Menschlichkeit noch stärker Konjunktur. Das Verbrechen ist „conditio humana“ der zynischen Vertreter der „conditio humana“.

„Aber a schönesch Rad hascht da!“ sagte der Fahrradmechaniker, den ich um einen Drehmomentschlüssel bat, weil ich gestern an der Kettenblattkurbel, herumgeschraubt hatte und das Drehmoment überprüfen wollte. Er wollte sich um das Knacken kümmern, trotzdem ich um 12:30 auf die Bahn muß, nach Ancona, über Bologna.

„Danke. Aber dies Knacken wegzumachen, macht einen wahnsinnig.“
„Ich weiß.“ sagt der Mechaniker. Aber ich will diese Zugewandtheit nicht ausnutzen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das in seinen Zeitrahmen passt.

Gestern abend hatte ich fast nur Italienisch auf den Straßen gehört, jetzt wieder mehr Deutsch. Ständig will ich irgendwelche Essenzen aus dem germanisch-romanischen Konflikt ziehen, der sich z.B. in Figuren wie Louis Trenker kristalisiert. Wie verrückt ist das, dass Unmenschen wie Hitler und Mussolini sich ganz gegen ihre Ideologien über Südtirol einigen konnten.
Verbrecher sind eben unglaublich pragmatisch.

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Timmelsjoch

Gestern war ich oben. War anstrengend und habe öfter Pausen gemacht. Der Gegenwind von Süden war erst schön als es wieder runter ging, da brauchte ich nicht so viel zu bremsen. Die Pausen ließen mich diese gewaltigen Rampen auf den letzten 500 Hm realisieren. Das Fiese an dem Pass ist, dass es nach der Mautstelle noch mal über 100 Hm bergab geht.

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Sölden

Auf dem Weg nach Sölden war der Radweg gesperrt und ich musste auf der Landstraße fahren. Da war’s zu spüren. Milde konstante Steigung, kein Auf-und Ab, zusätzlich wird mensch auch noch vom Autoverkehr getrieben, der aber schwächer war als gestern im unteren Tal. Auf der Landstraße bist Du also viel schneller, aber auch vielleicht viel toter.
Mal sehen wie es weiter geht. Je steiler es wird, um so brutaler werden die Ausweichstrecken für das Fahrrad. Aber ich glaube, dass beim eigentlichen Pass der Weg für die wie auch immer oder gar nicht Motorisierten gleich ist.
Schattig war’s heute morgen, die Sonne ging erst richtig um 10 Uhr in Sölden auf. Aber das gibt es in den Alpen ja oft, Täler, wo die Sonne nie hinkommt.

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Naturcamping

Ziemlich luxuriös, ca 14 km vor Sölden, Huben heißt der Ort. Bin im oberen Ötztal, ist nicht mehr weit zur Hochalpenstraße Timmelsjoch. Die letzten Male, also in den 90zigern, meine ich auf der großen Straße gefahren zu sein. Das ist heute undenkbar, der Autoverkehr ist sehr intensiv. Jetzt gibt es einen Radweg, mit öfter mal Schotter, viel um die Ecken herum, stärkeren Steigungen als auf der Straße, die die Autos für sich haben. Der Radweg ist 6 km länger. So geht das: Die Schwächeren bekommen die anstrengender Strecke. Blechsozialdarwinismus.
So sind die Wege aber auch schöner, nahe an der reißenden Ötz, durch die Dörfer, und ich bin ja ein Held….. vielleicht morgen nicht mehr, vielleicht gar nicht, mit den 100 km von Garmisch hierüber.
Unten Fotos. Das erste ist zwischen Garmisch und Mittenwald entstanden. Wollte ja eigentlich in Mittenwald starten, aber wegen Gleisrenovierung fährt der Zug z.Zt. nicht.

Leutasch

An der Oetz

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Kurz vor Garmisch in der Bahn…

…schwadroniert und mansplained ein Münchner,“wo jetzt ganz viel günstiger in Thüringen in Rente lebt“, gegen den drohenden Regen dann:
„Da nehm’n ma erst ma a gscheites Weißbier und Weischwürschtel und da schauen Ma weiter.“

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Augsburg


Warum mit dem Nahverkehr/Deutschland Ticket?
Rational lässt sich das nicht erklären. Hätte ich frühzeitig gebucht, könnte ich bestimmt jetzt schon von Mittenwald in die Leutasch hochfahren. Stattdessen warte ich um 7:30, in Augsburg im Zug, dass er endlich losfährt.
Aber ich wußte bis vor kurzem gar nicht, ob, wie und wohin ich fahre. Wenn die Spontaneität nicht da ist, schrecklich. Deshalb springe ich gerne einfach so auf die Bahn, steige aus, wo es passt und pariere die Verspätungen, damit, dass ich mit dem Fahrrad viel langsamer wäre.
Angesichts der derzeitigen allgemein politischen Situation kann doch auch nur noch Spontanheilung helfen.

Ein anderer Grund für meine Affinität zum Nahverkehr ist, dass ich im Urlaub die Menschen in ihrer Alltäglichkeit erlebe. Ich glaube, dass sehr viele der Reisenden zur Arbeit fahren, stark abgelenkt von ihresgleichen, starr den Blick in das Mobiltelefon.

Doch jetzt kommt gerade die Schaffnerin, scannt die vielen Handys, wünscht dabei mit Augenkontakt den Menschen, jedem Einzelnen „einen guten Start in die Woche“. Es hallt durch den Wagen wie der „Leib Christi“ Ausspruch des katholischen Priesters im Hochamt. Aber es kommt von Herzen, wirklich sehr überzeugend für mich.

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Alpenträume

Über die Alpen mit dem Fahrrad. Wann das letzte Mal? 2008 oder 2009 mit dem Neffen. Über den Großglockner.
Und wie oft über’s Timmelsjoch? 4-5 mal. Einmal, 1993, mit einem 20″ Faltrad, einem umgebauten ehemaligen Mifa Klapprad. Das wollte ich wieder machen. Schauen, ob ich das noch schaffe.
Diesmal einem Dahon Eingang-Faltrad mit Rücktrittbremse eine Gangschaltungsnabe und ordentliche V-brake, also auch Cantilever Sockel, verpassen, also umbauen.

Fiel so aus.
Hatte zu wenig Vorlaufzeit genommen. Die Sockel am Hinterbau hatte ich gut angelötet, das Laufrad mit der 8 Gang Nexus leidlich eingespeicht. An der Gabel saßen die Sockel auch an der richtigen Stelle, auch gut verlötet, aber die Fixierschrauben aus Edelstahl in den Sockeln hatten sich dort verbacken, zuviel Hitze, die Köpfe brachen ab, als ich die Lehre abnehmen wollte. Ich versuchte die SchraubenReste hektisch aus zubohren und ein Fehler der Unbesonnenheit folgte dem anderen. Die Essenz: Die Schraubenreste sind immer noch in den Sockeln; in einem steckt sogar ein gehärteter Linksausdreher.

Nun fahre ich mit einem modernen Carbon Gravelbike über den Alpenhauptkamm. Auch das kann ich ziemlich klein auseinander und in die Hand nehmen, vielleicht wird das notwendig. So war das in den Neunzigern mit dem Klapprad. Ich fuhr damit z.B. nach Italien per Autostop. Jetzt müssen Deutschlandticket-mäßig Nahverkehrszüge mich mitnehmen.
Das ist etwas berechenbarer und dafür brauche ich das Rad nicht demontieren.

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Vorbei sind die Kinderspiele

Childhood is over
Take the Push-Bike

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