Sölden

Auf dem Weg nach Sölden war der Radweg gesperrt und ich musste auf der Landstraße fahren. Da war’s zu spüren. Milde konstante Steigung, kein Auf-und Ab, zusätzlich wird mensch auch noch vom Autoverkehr getrieben, der aber schwächer war als gestern im unteren Tal. Auf der Landstraße bist Du also viel schneller, aber auch vielleicht viel toter.
Mal sehen wie es weiter geht. Je steiler es wird, um so brutaler werden die Ausweichstrecken für das Fahrrad. Aber ich glaube, dass beim eigentlichen Pass der Weg für die wie auch immer oder gar nicht Motorisierten gleich ist.
Schattig war’s heute morgen, die Sonne ging erst richtig um 10 Uhr in Sölden auf. Aber das gibt es in den Alpen ja oft, Täler, wo die Sonne nie hinkommt.

Veröffentlicht unter Alpentraum26 | Kommentare deaktiviert für Sölden

Naturcamping

Ziemlich luxuriös, ca 14 km vor Sölden, Huben heißt der Ort. Bin im oberen Ötztal, ist nicht mehr weit zur Hochalpenstraße Timmelsjoch. Die letzten Male, also in den 90zigern, meine ich auf der großen Straße gefahren zu sein. Das ist heute undenkbar, der Autoverkehr ist sehr intensiv. Jetzt gibt es einen Radweg, mit öfter mal Schotter, viel um die Ecken herum, stärkeren Steigungen als auf der Straße, die die Autos für sich haben. Der Radweg ist 6 km länger. So geht das: Die Schwächeren bekommen die anstrengender Strecke. Blechsozialdarwinismus.
So sind die Wege aber auch schöner, nahe an der reißenden Ötz, durch die Dörfer, und ich bin ja ein Held….. vielleicht morgen nicht mehr, vielleicht gar nicht, mit den 100 km von Garmisch hierüber.
Unten Fotos. Das erste ist zwischen Garmisch und Mittenwald entstanden. Wollte ja eigentlich in Mittenwald starten, aber wegen Gleisrenovierung fährt der Zug z.Zt. nicht.

Leutasch

An der Oetz

Veröffentlicht unter Alpentraum26 | Kommentare deaktiviert für Naturcamping

Kurz vor Garmisch in der Bahn…

…schwadroniert und mansplained ein Münchner,“wo jetzt ganz viel günstiger in Thüringen in Rente lebt“, gegen den drohenden Regen dann:
„Da nehm’n ma erst ma a gscheites Weißbier und Weischwürschtel und da schauen Ma weiter.“

Veröffentlicht unter Alpentraum26 | Kommentare deaktiviert für Kurz vor Garmisch in der Bahn…

Augsburg


Warum mit dem Nahverkehr/Deutschland Ticket?
Rational lässt sich das nicht erklären. Hätte ich frühzeitig gebucht, könnte ich bestimmt jetzt schon von Mittenwald in die Leutasch hochfahren. Stattdessen warte ich um 7:30, in Augsburg im Zug, dass er endlich losfährt.
Aber ich wußte bis vor kurzem gar nicht, ob, wie und wohin ich fahre. Wenn die Spontaneität nicht da ist, schrecklich. Deshalb springe ich gerne einfach so auf die Bahn, steige aus, wo es passt und pariere die Verspätungen, damit, dass ich mit dem Fahrrad viel langsamer wäre.
Angesichts der derzeitigen allgemein politischen Situation kann doch auch nur noch Spontanheilung helfen.

Ein anderer Grund für meine Affinität zum Nahverkehr ist, dass ich im Urlaub die Menschen in ihrer Alltäglichkeit erlebe. Ich glaube, dass sehr viele der Reisenden zur Arbeit fahren, stark abgelenkt von ihresgleichen, starr den Blick in das Mobiltelefon.

Doch jetzt kommt gerade die Schaffnerin, scannt die vielen Handys, wünscht dabei mit Augenkontakt den Menschen, jedem Einzelnen „einen guten Start in die Woche“. Es hallt durch den Wagen wie der „Leib Christi“ Ausspruch des katholischen Priesters im Hochamt. Aber es kommt von Herzen, wirklich sehr überzeugend für mich.

Veröffentlicht unter Alpentraum26 | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Augsburg

Alpenträume

Über die Alpen mit dem Fahrrad. Wann das letzte Mal? 2008 oder 2009 mit dem Neffen. Über den Großglockner.
Und wie oft über’s Timmelsjoch? 4-5 mal. Einmal, 1993, mit einem 20″ Faltrad, einem umgebauten ehemaligen Mifa Klapprad. Das wollte ich wieder machen. Schauen, ob ich das noch schaffe.
Diesmal einem Dahon Eingang-Faltrad mit Rücktrittbremse eine Gangschaltungsnabe und ordentliche V-brake, also auch Cantilever Sockel, verpassen, also umbauen.

Fiel so aus.
Hatte zu wenig Vorlaufzeit genommen. Die Sockel am Hinterbau hatte ich gut angelötet, das Laufrad mit der 8 Gang Nexus leidlich eingespeicht. An der Gabel saßen die Sockel auch an der richtigen Stelle, auch gut verlötet, aber die Fixierschrauben aus Edelstahl in den Sockeln hatten sich dort verbacken, zuviel Hitze, die Köpfe brachen ab, als ich die Lehre abnehmen wollte. Ich versuchte die SchraubenReste hektisch aus zubohren und ein Fehler der Unbesonnenheit folgte dem anderen. Die Essenz: Die Schraubenreste sind immer noch in den Sockeln; in einem steckt sogar ein gehärteter Linksausdreher.

Nun fahre ich mit einem modernen Carbon Gravelbike über den Alpenhauptkamm. Auch das kann ich ziemlich klein auseinander und in die Hand nehmen, vielleicht wird das notwendig. So war das in den Neunzigern mit dem Klapprad. Ich fuhr damit z.B. nach Italien per Autostop. Jetzt müssen Deutschlandticket-mäßig Nahverkehrszüge mich mitnehmen.
Das ist etwas berechenbarer und dafür brauche ich das Rad nicht demontieren.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Alpenträume

Vorbei sind die Kinderspiele

Childhood is over
Take the Push-Bike

Veröffentlicht unter Protest | Kommentare deaktiviert für Vorbei sind die Kinderspiele

Pappe auf

Less Car More Care

Veröffentlicht unter Protest | Kommentare deaktiviert für Pappe auf

Emanzipation des Automobilisten

Warum wurden die SUV so populär?
Die PKW Fahrer waren es leid, dass Fußgänger und Radfahrer auf sie herab schauten.

Veröffentlicht unter Protest | Kommentare deaktiviert für Emanzipation des Automobilisten

Kühe

„Ich empfand es als Blasphemie, als jemand in Deutschland zu mir sage: Die Strasse gehört dem Motor. In Irland war ich oft versucht zu sagen: Die Strasse gehört der Kuh. Tatsächlich werden in Irland die Kühe so frei zur Weide, wie die Kinder zur Schule geschickt; herdenweise nehmen sie die Strasse ein….“ aus Böll, Heinrich; Irisches Tagebuch, München 1963

In Deutschland, heutzutage , gehört die Straße immer noch nicht dem Motor. Sie gehört auch einer Kuh, einer heiligen Kuh, dem Automobil. Der „Motor“, rational eingesetzt, sähe ganz anders aus. Vielleicht stellt das spanische Wort „Coche“ es am besten dar. Die Kutsche, das Fahrzeug von größenwahnsinnigen, übergeschnappten Adeligen, die alles im Überfluss haben und auf die anderen herabschauen. Auch wenn dieser „Adel“ verbreitet ist, es können gar nicht alle mit Autos fahren. Das gibt der Platz nicht her, und jetzt ist er schon zu knapp verteilt, ungerecht, für Menschen die sich das Recht des Stärkeren leisten können und, noch schlimmer wollen.

Veröffentlicht unter Protest | Kommentare deaktiviert für Kühe

Balance of Power

Veröffentlicht unter Protest | Kommentare deaktiviert für Balance of Power