Bin auf Radtour zwischen Arnsberg und Werl, will nach Münster, war tief im Sauerland, bei Lennestadt, Elspe, wo mein Vater eine Zeit Schreiner in den letzten Kriegsjahren gelernt hat.
Mit Arnsberg assoziiere ich viel Unglück: Von hier aus wird bergrechtlich, konzernfreundlich das rheinische Revier verwaltet, hier hat unser derzeitige Bundeskanzler seinen Wohnsitz irgendwo.
Über Werl geht’s gleich Richtung Münster. Bei diesem Ort fällt mir als erstes meine Großmutter immer wieder ein, die von Dortmund aus regelmäßig zu Exerzitien dorthin fuhr und Franz von Papen, der Totengräber der Weimarer Republik. Gebürtig ist Merz aus Brilon, das weiter entfernt von Werl ist, aber liegt hier um es im völkischen Jargon zu formulieren ein territorial-genetischer Defekt vor? Was für ein Blödsinn, ja, was für ein Blödsinn.
Aber die Gruppe der „katholischen Westfalen“ scheint mir grundgefährlich.
Abstammungsmäßig bin ich selber einer, zahle aber mittlerweile evangelische Kirchensteuer.
Also, wenn es die Gruppe der „Zuwanderer“ gibt, gibt’s bestimmt auch die Gruppe der „Katholischen Westfalen“, die sich nach Berlin verlaufen hat.

