Ein Klagelied zum Jahresgedenken der Räumungs Lützeraths am 11.1.23

Lützerath, Lützerath, Lützerath
Dein Staat dich verraten hat

RWE zu 10% dem Wüstenstaat Katar gehört
Fraß fruchtbar Land geschützt vom Staat
Ich bin empört

Vom Faschismus ist das Land jetzt wieder mal bedroht
Vielen geht’s hier gut, doch drückt z.B. Wohnungsnot
In Lützerath, da wohnten sie, für Zukunft, harrten aus
Doch dieser Staat, der warf zuerst die Menschen dort hinaus.

—-

Weitere Strophen können unten in die Kommentare geschrieben werden. Ich mache sie öffentlich, wenn ich sie für sinnvoll halte. Anderenfalls lösche ich sie.

Veröffentlicht unter Allgemein, Protest | Schreib einen Kommentar

Treni in Orario – Die Züge waren angeblich pünktlich

…“Aber nein, alles, was ich zu hören kriege, ist dieser Unsinn über die pünktlichen Züge…..“

Aus: Donna Leon; 2003; Die dunkle Stunde der Serenissima; S.49;

Zug fällt aus, ganz so lakonisch
Steht es einfach da
Wär’s nicht scheiße, vielleicht komisch
Und mir ist nicht klar
Wo doch heute so viel besser
Züge nicht mehr fahr’n
Liegt es an den, meine Fresse
Liberalen, die was spar’n

Refrain
„Treni in orario“
So wird es kolportiert
Mussolini, Benito
Wird es attestiert
Volker Wissing kriegts nicht hin
Das ist Demokratie
Der Grund, dass ich bald Fascho bin
Meine Züge fahren nie

Ach Iwo, das ist doch Quatsch
Ich fahre SUV
Volker Wissing will Straßen bauen
Ja so wie noch nie
Individualverkehr, das feit vor Völkischkeit
Reihen sich fest geschlossen
Im Stau von Zeit zur Zeit

Darum müssen Straßen her
Damit es nicht mehr staut
Noch mehr Auto, es muß noch mehr
Die Morgensonne graut
Und Menschen, die den Platz sich teilen
Sind wieder mal gefickt
Wenn Volker Wissings Bahn AG
„Zug fällt aus“ anklickt

Es geht nicht darum mit-zu-teilen
Wie manchmal es noch geht
Dem Menschen seinen Platz anbieten
Der sichtlich mühsam steht
Für Herrenmenschen in Kraftfahrwagen
Gilt deutlich Prioriät
Im liberalen Darvinismus
Solidarität zu spät

Nein, ich werde kein Faschist, niemals und ich brauche auch nicht „nie wieder“ zu sagen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Protest | Ein Kommentar

Nächstes Jahr in Lützerath

Die Mauern sind geschliffen
Das Fundament im Loch
Trotzdem ist es da, in der Tat
Und werden sie’s umschiffen
So bleibt es trotzdem noch
Nächstes Jahr, nächstes Jahr in Lützerath

Refrain:
Wir seh’n uns nächstes Jahr
Soviel ist schon klar
Und stehen immer noch parat
Wir seh’n uns nächstes Jahr
Sagen Ja zum nächsten Jahr
Nächstes Jahr, nächstes Jahr in Lützerath

Der Zorn in den Herzen
Zu Gerechtigkeit gemacht
So bleibt er ganz weich und ganz hart
Verbitterung zu Mut, das wäre doch gelacht
Nächstes Jahr, nächstes Jahr in Lützerath

Refrain

Und wirst Du Menschen sehen
Bei dem Du es erkennst
Mensch sagt sogar noch vor Dir leise: Wart
Ihr werdet euch verstehen
Weil Ihr noch dafür brennt
Nächstes Jahr, nächstes Jahr in Lützerath

Veröffentlicht unter Allgemein, Protest | Schreib einen Kommentar

KopfFrei

Da suggerieren mir viele, meistens männlich gelesene Menschen, ich würde so viel Fahrrad fahren, um den Kopf frei zu kriegen.

Ich frage mich, woher diese Idee, oder meinem Kopfgeschehen nach, weitere Kopfbefüllung herkommt.

Aber klar, der Alltag ist weit weg und das wäre etwas Wünschenswertes: Ein Rad zum Drehen und eine Straße zum Fahren, die so viel Aufmerksamkeit verlangt, dass da einfach sonst nichts ist.

Veröffentlicht unter Allgemein, Reisen | Schreib einen Kommentar

Waz wirret Dir?

Eigentlich gibt’s von Zwischendrin viel zu berichten oder auch die Frage zu klären, warum das nicht passiert ist.
Aber die Kernfrage von Parzival und dieses „Coming of Irgendwas“. So gesehen ist „Wolframs Eschenbach“ in Mittelfranken, wo ich jetzt zufällig bin schlichtweg der Sehnsuchtsort. Allerdings kann er es nicht sein, weil Sehnsucht an sich immer davon abhält richtig hinzuschauen, Mitgefühl zu haben.

Veröffentlicht unter Reisen | Schreib einen Kommentar

Wie Jeanne d’Arc….

bin ich nach in Richtung Sonnenaufgang aus dem Ort heraus geritten. Allerdings war die Sonne schon oben. Schon wieder nach Deutschland? Ich würde doch eigentlich gerne mal richtig Französisch lernen. Ich habe gestern Wort für Wort Gavaldas, „Ensemble c’est tout“, das ich in einem Bücherschrank gefunden hatte, angeguckt, wenig verstanden, einfach in der Hoffnung, dass sich so die Notwendigkeit auftut, bestimmte Wörter und ihre Bedeutung zu merken.
Ich glaube, dass ich in einem Monat, mit systematischer Unterstützung, einer Grammatik und ein wenig Unterricht, eine Menge lernen könnte.

Auch hier wieder Rampen mit unbefestigten Wegen, aber diesmal ging’s weiter, zu einer genauso einsamen Asphaltstraße. Überhaupt, fast kein Autokontakt. Das ist was wert, aber dafür fahre ich auch einen Umweg. Gerade in Girancourt, in der Nähe von Epinal.

Veröffentlicht unter Reisen | Schreib einen Kommentar

Punktlandung

Und haben sie es verstanden
Jetzt auf dem Mond zu landen?
Den Erd-Zerstörrern zeigen
Wir tanzen mit im Reigen

Wie wär’s mit alter Weisheit
Die zeigt das weiß ist Scheiß halt

Veröffentlicht unter Protest | Schreib einen Kommentar

Ein paar Bilder

Am Canal des Vosges entlang

Vom Canal des Vosges weg


Bald am Madon

Veröffentlicht unter Allgemein, Reisen | Schreib einen Kommentar

Un autre jour – der Jammerlappen bleibt

Bin ganz nah bei Jeanne d’Arc. Die Bar, in der ich gerade sitze heißt so, der Platz auch und, maybe aus Bronze, reitet sie der Morgensonne entgegen. Die „Nationalheilige“ wurde hier ganz in der Nähe in Domrémy-la-Pucelle geboren.

Bin immer noch in Mirecoourt und warte darauf, dass das Geigenbau-Museum aufmacht.

Auf dem Friedhof war ich schon. Ist eine richtige Nekropole; etliche aufwändige Gruften, die in Zweitfunktion als Tinyhouse durchgehen könnten.

Beeindruckt hat mich ein Gräberfeld mit weißen, unbeschrifteten Kreuzen und arabisch beschriebenen Steinen, den Gefallenen gewidmet, die kein Grabmal bekommen haben. Davidsterne hatte ich keine gesehen, aber vielleicht nicht richtig hin geschaut.

Die Hitze ist weg. Das ist schon mal klasse. Vielleicht fang ich ja an zu frieren, wenn ich in den nächsten Tagen über die Vogesen rüber ins Elsaß fahre.

Ach genau: Auf der Fahrt dachte ich immer wieder, weil sie mir auch entsprechend entgegen kamen, an die „Rennrad-Opies“ in den traditionellen Rennrad-Nationen, Frankreich und Italien.
„Je suis né en 1928“
Ich habe immer noch eine Erinnerungszeichnung von einem asterixhaften Schnurrbartträger, mit diesem Ausspruch in einem Tagebuch. Er begleitete mich ein Stück in der Bourgogne 2003, mit seinem Rennrad, bergrauf, bergrunter und lud mich dann zum Kaffee ein. In Italien hatte ich ähnliche Begegnungen in den 90zigern.
„Rennrad-Opies“ und was bin ich? Auf alle Fälle aus dem Training. Die 373 km hier rüber stecken mir ganz schön in den Knochen. Aber ich kann es ja auf die Hitze schieben und hoffen, dass der Tag heute die notwendige Erholung bringt.

Veröffentlicht unter Reisen | Schreib einen Kommentar

Da, angekommen

Immer das Selbe: Das Ziel muß erreicht werden und wenn, dann Leere.
Ziel-Erreichen ist nicht besonders sinnvoll. Vielleicht ist es wichtig welche zu haben, aber zu erreichen?
Was soll ich jetzt in Mirecourt machen? Bzw. ich habe es ja schon ausprobiert. Bin eine Straße, die nach Hauptstraße aussah entlang, bei der Touristeninformation gewesen und gerade sitze ich vor dem einzigen Hotel am Ort, was eher ein Motel ist und warte darauf, dass es öffnet. Ggfs um dann zu hören, dass es „complet“ ist?
Mensch merkt: Die Stimmung ist nicht gut. Aber darauf habe ich keine Lust, auf meine schlechte Stimmung, diese Ernüchterung, denn der Weg war eigentlich sehr schön.
Cirka 35 von den 64 km von Nancy hierhin, gingen am „Canal des Vosges“ entlang, schattig unter riesigen Ahornbäumen. Er kann bis nach Burgund, bis zur Saone entlang gefahren werden, wäre mir dann aber auch vielleicht zu langweilig.
Irgend wann sollte ich dann den Fluss Madon weiter entlang fahren, dachte ich; ne, es ging richtig über den Berg und zuerst einen rampenhaften Waldweg, der dann auch wieder als es auf eine Wiese gehen sollte, versperrt war, mit einem Stacheldrahtgatter, dermaßen fest verschlossen, dass ich es, falls los, nicht wieder eingehängt bekommen hätte. Schon wieder, war das Navigationsportal falsch gefüttert worden, zu mal der steile Waldweg nie als ……….so jetzt habe ich zwischen durch mein Zimmer bekommen……“Alltagsweg“ hätte bezeichnet werden dürfen.
Jut: Dusche und Mirecourt aus meiner engen Perspektive heraus noch einmal ein Chance geben.

Veröffentlicht unter Reisen | Schreib einen Kommentar