Wellness

Bin in einem Wellnesshotel gelandet, ging anders nich, die anderen hatten zu. Wat enne Quatsch!
Knappe 80 km heute nur, wegen des späten Starts um 11 Uhr, aber mit dem Auto wäre die schnellste Route 95 km.
Es ging wirklich auf knapp 600 m hoch, das öfter.
Und richtig laufen lassen hab ich es bergab auch nicht, war um die 0 Grad und dementsprechend meine Furcht vor plötzlicher Glätte.

Aber schön war’s allein auf kleinen Wegen, der Blick auf die Landschaft mit Puderzucker-Reif versüsst.

 

Ist wie Lotto spielen: Ich folge der Route die ein Algorithmus ausgerechnet hat und freu michEinach so, einfach schön

Bizarr war eine Begegnung mit einem älteren Ehepaar auf einem solchen Weg, die in ihrer geheizten Karosse sitzen blieben, während sie mich zum Weg Erklären ranwinkten….aber die können ja nichts dafür, dass ich SUV nicht mag und wissen nicht was der Flow auf dem Rad in der Kälte bedeutet…..
Mein Vater hatte immer etwas gegen dieses Ranwinken an den Wagen und Sitzenbleiben, vielleicht kommts auch daher.
Witzig fand ich den Untertitel eines Unternehmens in Netphen: “Drehen, Bohren, Fräsen” Damit ist, glaube ich, ein großer Teil des Siegerlands beschrieben.
Abersonst ist nichts passiert…von den Falken auf den Strommästen abgesehen, den Ulmen, die noch intakt aussahen…..
und den Fichten, die mir auch irgendwie ins Bild passen

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Wärme

Durfte den Zug im Radladen reparieren gleich geht’s weiter. Das nennnt sich hier südliches Westfalen, die Mundart klingt für mich eher hessisch

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Morgen

Der Radladen macht erst um 10 Uhr auf, vor mir gerade eine 4spurige Stadtstrasse gesehen durch die Fenster eines Kettenhotels.
Siegen hatte ich mir so vorgestellt: Die Bilder kamen aus Interviews von Lehrern der hiesigen Uni im Fernsehn in 70ziger Jahre Betonhäusern.
Gestern abend kurz durch die “Oberstadt” gelaufen. Kleine, mit Schiefer verkleidete, aneinander gedrängte Häuser, wie in den Städten im Bergischen Land.
Hier unten herrscht die “Grosszügigleit” der Nachkriegszeit. War höchstwahrscheinlich mal anders: Über 80% hat der Krieg von Siegen zerstört. Das ist wohl auch das Vorhaben unserer Wirtschaftstrategen: Wenn sie die Welt mit dem Klimawandel zerstört haben, können sie ganz neu und großzügig wieder aufbauen.

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Siegen Support

Hänge fest. Nach vielen Fahrradläden, die Winterferien machen, habe ich einen geefunden der morgen um 10 öffnet. Mit dem Rad suchend durch die Stadt war eine kalte Angelegenheit, auch, als ich schon alle Sachen angezogen hatte.
Gleichzeitig hatte ich einen Supporttweet abgesetzt, der vielfach retweeeted wurde und dann mit jemanden aus dem Siegerland kommuniziert, der über seinen Fahrradclub versucht hatte den Zug aufzutreiben. Das hat zwar nicht geklappt, war aber sehr nett.

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Nicht weit

Jetzt sitze ich im Regionalzug von Hennef nach Siegen. Der Zug der vorderen Bremse meines Fahrrads ist fast zerissen. Die Vorderbremse hat die doppelte Wirkung im Verhältnis zur hinteren, so kann ich nicht weiterfahren.

Am stählernen Faden

Das Fahren ist aber das einzig wichtige. Nicht ganz. Noch wichtiger ist das Unterwegssein für mich, der Weg, der Flow.

Lösung jetzt: In einen Ort, wo ich näher ran komme, ans Ziel und an einen Bremszug, am Neujahrstag ein schwieriges Unterfangen. Zurückfahren, alles bequem zu Hause regeln, dann vielleicht mit dem Zug näher ans Ziel….gilt nicht. Keine Ahnung woher ich diese Regel habe.

Der Zug ist mässig voll mit Menschen. Ein dicker Mann lässt sein Handy mehrmals aus den Händen fallen, drei Meter entfernt höre ich ihn die ganze Zeit schnaufen.

Ein kleine Familie glücklich miteinander gegenüber. Ein Kind nimmt mein Fahrrad in Augenschein, befühlt es.

Jetzt in Au an der Sieg reisst der Himmel auf; eigentlich aber komme ich mit der Landschaft am besten klar, wenn ich durch sie mit dem Rad fahre.

Mir wäre warm, frische Luft würde in mich strömen, ich wäre beschäftigt, würde die Berge rauf rackern, aber darin wäre eine Ruhe, die ich sonst nicht finden kann.

Und eigentlich passiert gerade etwas sehr schönes: Selber mag ich Tourbeschreibungen nicht, weil sie meistens nur Leistungsnachweise und Erlebnisberichte im herkömmlichen Sinne sind.

Das was eigentlich passiert verschwindet beim Radfahren, bevor ich es beschreiben kann: Es sind nicht das Ziel, die Stationen, die Landschaft und das Gekreuzte, es ist die Ruhe in der Bewegung.

Ich glaube auch nicht, dass Radfahren ruhig macht oder meditativen Charakter hat. Im Gegenteil, es kann süchtig machen.

Also, so ich jetzt gerade im Zug unterwegs.

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Neues Jahr

Sylvestermässig ein wenig angeschiggert, in ein paar, ca. 4 Stunden will ich wieder aufstehen, wie unten geschrieben, die Menschenleere genießen, mit der gerade noch gefeiert habe.

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Packen

Packn mas?
Viele sind aufgeregt beim Packen, angestrengt.
Beim Packen merke ich, wie unfrei ich wirklich bin, was ich alles so brauche, nur um ein paar Tage Fahrrad zu fahren.
Draussen knallen di ersten Böller. Morgen früh will ich durch all den leeren Müll, ab in den Westerwaald, Siegerland, Sauerland, nach Osten, ziemlich straight na h Osten.

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Wintertour

Fahre morgen mit dem Fahrrad nach Leipzig. Geht am Rothaargebirge vorbei, mit Aufstiegen fast bis 600m. Wollte die direkte Navikistrecke nehmen, möglichst gerade durchs Land, lieber die nördliche rote, weil ich da größtenteils noch nicht war. Rückfahrkarte mit dem Zug ist gekauft. Mal sehen, ja das wäre schön: Zwar ein Ziel, aber sonst offen mit offenen, sehendem Auge, mal sehen eben.

Der orange Weg – Von Bonn nach Leipzig

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Hbf

Am Bahnhof wackeln windig Lichterketten
Als ob sie was zu sagen hätten

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Heiliger Hambi

Mir ist nichts Vernünftigeres eingefallen als diesen besonderen Tag, den “Heiligen Abend” im Wald zu verbringen. Bulle und Bär gibt es da zwar auch nicht, aber es kommt einer Übernachtung im Stall mit Ochs und Esel am nächsten.

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