Einbahn


„Des is a Ainbaaaan, ach für Sie.“ …und das auch noch im ersten Bezirk.
Direkt unterhalb der Polizei in der wiener Innenstadt, war ich gegen eine total unbefahrene Einbahnstraße geradelt und ein Polizist brüllte aus dem Fenster aus der zweiten Etage. Ich war mir dessen wirklich nicht bewusst und entschuldigte mich vielmals. Recht ist Recht und wenn Polizisten darauf achten, zolle ich ihnen den notwendigen Respekt. Soviel Preussentum war der aber auch nicht gewöhnt, fühlte sich verarscht und zog sich hinter sein Fenster zurück.

Rechtstaatlichkeit ist so eine der wichtigsten und schwierigsten Dinge, die es gibt. Wenn man sich z.B. wie dieses blondierte, egomane,möchtegerndiktator Riesenbaby in USA durch Rechtstaatlichkeit einigermaßen in Schach gehalten werden kann, ist das faszinierend, sieht man aber einen schikanierten Freak, der die xte Personenkontrolle über sich ergehen lassen muss, weil die Polizei nun einmal dazu das Recht hat, dann ärgert mich das gewaltig…….

und es gibt sogar eine Verpflichtung sich gegen das Recht aufzulehnen: Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

Auch hier wird von „Hamburg“ geredet. Sitze am Prater und ein glücklicher Grossvater posiert mit seinem Enkel, Guzzi, Guzzi…..“aber Du könnst scho amal dei Mutter aanrufen“ Sagt er zur Enkelsmutter „Nain“ „Hast des von Hamburg ghört?“

Das schlimmste an solchen Kravallen ist eigentlich, dass man nachher meint, Linksradikalität sei ein Problem unserer Zeit. Es gibt viel zu wenig Linksradikale, nur zuviel gewaltbereite Menschen.

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Wien

Wien Camping Süd. Klang gut, auf dem Navigationsgerät, denn ich kam aus dem Süden, und es war nicht mehr weit. Noch ein gutes Stück hinter Schönbrunn, 10 km von der Innenstadt entfernt. Ist aber auch schön. Das Zelt steht zwischen lauter alten Bäumen, gestern abend lag ich nach dem Essen in der Wiese auf dem Rücken und die kreisenden Mauersegler schläferten mich ein. In Sopron war ich erst um 2 Uhr nachts angekommen, viel Schlaf war zu kompensieren und die Fahrt vorm Burgenland herauf nach Wien, in der prallen Sonne und bei Gegenwind hatte ich mir viel gemütlicher vorgestellt, selbst heute sind die Beine alles andere als geschmeidig.

Wieder bin ich in einer Großstadt, aber einer fahrradfreundlichen, fahre mit dem Rad durch das Wiental von Schönbrunn ins Centrum über einen gut ausgebauten Radweg, quasi jetzt gerade.
In Budapest hatte ich, recht unglücklich, von diesem „Gejagdsein“ geschrieben. Ich glaube es wird jetzt auch wieder unglücklich, nicht weil ich „gejagd“ wäre, sondern, weil ich es nicht formulieren kann.

Bin zum Schauen hier. Könnte ich zu Hause auch! Ja, aber hier ist es anders. Das Andere macht glücklich, weil es von einem Gefangensein im Alltag ablenkt. Wenn hier so viel anders ist, laß es mich sehen! Also laufe ich viel herum, um möglichstviel mit zukriegen. Dann bin ich gehetzt.

Sonnabend am Vormittag Wien

Oder es gibt Plätze zum einnehmen, wie beim Angeln und Jagen. Man wartet einfach. Das versuche ich gerade in einem Cafe am Wientalradweg. Aber ich schreibe und die Menschen im Cafe zu beobachten ist eher eine peinliche Angelegenheit.

Ich wüßte gerne, wie Sempe seine Cafehausszenen gezeichnet hat.

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Sopron

Jetzt bin ich an der ungarisch-östereichischen Grenze. Wollte gar nicht jetzt schon hier sein.
Aber nachdem ich die Berge westlich von Budapest erfolgreich absolviert hatte, kam irgendwann eine relativ flache und wenig befahrene Gegend.

Die Sonne will in Sonneblumen versinken


Dann kam die Abendstunde dazu und da ist Radfahren oft am schönsten. Dann kamen keine Unterkünfte mehr und dann waren sie alle zu. Erst in Sopron war ein Hotel mit Nachtportier. 240 km. Mit der Autobahn ist es weniger, aber genau da, wo die Autobahn hergeht, muß man mit dem Fahrrad viel ZickZack fahren.
Und wie macht ein Mensch das: Selektiv wahrnehmen. Neme die Fahrt durch die Sonnenblumenfelder, in der Abendstunde und deshalb war die Tour gestern geil.

Am Abend zu vor hatte ich auch noch die Unterhaltung mit einem echten Ungarn. Kurz vor der Unterkunft in Buda am Rosenhügel, schaute ich nachts in ein Souteraingeschäft, an dem „Galerie“ stand. Guckte kurz rein, sah, drei Männer an einer Theke stehen, wurde direkt aufgefordert einzutreten.

Doch, doch wäre ne Galerie. Hingen einige Bilder in einem rotstichigen, Malkurskubismus herum.

Einer von den dreien sprach ziemlich gut Englisch, entpuppte sich als LebeBusinessMann, der in jeder europäischen Großstadt eine Freundin habe und jetzt quasi nicht mehr viel geschäftlich, sondern eher zum Spass reisen würde.

Also haben wir uns nicht über Politik, sondern das Leben im allgemeinen und besonderen unterhalten.

Interessant war: Auf ungarisch kann man wohl das essentielle direkt am Anfang eines Satzes sagen, in Deutsch, Schwedisch und Englisch, käme das immer zum Schluss; deshalb fühlten sich die Leute immer unterbrochen und unverstanden….vielleicht habe ich auch nicht richtig kapiert, was er meinte. Ich erzählte ihm, dass Ungarn, z.B. , wenn sie Deutsch reden so ausgezeichnet akzentuieren. Deshalb kommentiert ja auch Bela Reti den Deutschen Fussball, meinte er.

Nun und warum er überall in Europa, in Schweden hat er sogar zwei Töchter, Freundinnen habe. Es ist so wie Du mit Deinem Fahrrad: Man(n) muß fliehen können.
Nach Prag fährt er am liebsten im Spätherbst, wegen der unglaublich melancholischen Stimmung, die dann dort herrscht.
So ging das immer weiter und wir standen an der Theke und ein „Unikum“, ein kuk Jägermeister, nach dem anderen mußte gekippt werden, Wasser gab es zum Schnaps, plötzlich lag Paprika, Wurst, Brot und allerhand anderes auf der Theke.

Paprika darf nicht fehlen


Als ich gehen wollte, durfte ich nicht bezahlen.

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ne Stadt halt

hinterm Hotel ist ein riesiges Sportschwimmbecken, was man benutzen könnte, wird aber gerade renoviert


Finde es schwierig bei der Wanderung durch den Stadtdschungel, den richtigen Ausichtspunkt, quasi den Hochsitz zu finden, von dem aus ich wenigstens selber nicht mehr gejagd bin….zum Jagen habe ich obgleich es immer wieder passiv passiert, keine Lust, zum Beobachten schon.
Allein das richtige Restaurant zu finden, war nicht einfach. In Ungarn will ich ungarisch essen. Das ist eine echte Rarität in dieser Hauptstadt, wo der Kaffee fast nur noch auf amerikanisch angeboten wird.

mit Spitzendeckchen usw.


Aber jetzt habe ich etwas gefunden, irgendwo in Pest, also dem einen Teil von Budapest, irgendwo noch ziemlich drinnen, mit Spitzendecke usw.
Schon gestern am späten Nachmittag, Abend und in der Nacht, bin ich die Strassen entlang gelaufen, schwankte immer hin und her zwischen Begeisterung durch die Vielfalt und die globalisierte Einfältigkeit, die mittlerweile jede Großstadt auf der Welt bietet.

globalisierte Einfältigkeit spiegelt die Zeiten


MacDonald hat damit angefangen und die Städte aller Welt reissen sich darum, ihre Strassen unter den selben Lables zu vereinigen. „Alle Menschen werden Brüder“, warum nicht, wenn uns irgendwelche Marken, die jede Einkaufsstrasse prägen, wirklich vereinen könnten. Klappt aber nicht.

1988 war ich zum letzten und zum ersten Mal in Budapest. Erzähl Opa. War anders, damals. Aber Budapest war zu dieser Zeit die westlichste Stadt, die man im Ostblock finden konnte, womit natürlich nicht die Himmelsrichtung gemeint ist.

Alles Gejammer. Frage mich gerade , was das für eine Vielfalt ist, die mir hier auffällt. Es ist nicht die von Paris, London oder? Hier gibt es wenig Menschen deren Vorfahren aus Afrika oder Asien oder Lateinamerika kommen.
Eigentlich sind die Ungarn ja auch nur Immigranten, ein kriegerisches Nomadenvolk, das vor gut 1000 Jahren seßhaft geworden ist. Die hatten damals noch nicht einmal ein Wort für Strasse, das mußten sie sich von den Slawen ausleihen (ulitza = utca). Und jetzt sorgen sie mit einem großen Zaun, das hier, nach Europa keiner mehr hinkommen soll. Nicht, dass meine Landleute besser wären, aber wie kann man sich neuerdings an jedem Ortseingang die Ortsnamen in Runenschrift hinstellen? Da, da baue ich selber wieder irgendwelche Bilder von den Ungarn, aber wie geht’s ohne Kategorien. Vielleicht lösen sie sich ja auf, wenn man sie nur möglichst widersinnig benutzt, die Kategorien.

„Guten Tag“ = „Jo Napot“ konnte ich noch von dem Besuch 1988. Kösenem = Danke, fiel mir auf dem Campingplatz wieder ein. „Tilos“ = Verboten sieht man sehr oft……

Die Stadt macht aber nicht den Eindruck, die Hauptstadt von dem Land zu sein, das an seiner Südgrenze wieder einen eisernen Vorhang errichtet hat und die Fassaden sehen noch häufig so zerfallen wie in den 80ziger Jahren aus.

Eben, zu Begin dieses Textes, jetzt sitze ich schon wieder woanders, saßen ein paar Franzosen neben mir und sie fragten mich, ob ich auch aus Frankreich sei; dabei spreche ich nur gröbstes Pidgin-Französisch, vielleicht sollte es ein Kompliment sein. Aber mit einem Madgyaren/in bin ich noch nicht ins Gespräch gekommen.

So wandle ich isoliert durch eine fremde 1,5 Einwohner Stadt, lasse mich treiben, versuche da zu sein.

Die meißten Leute die hier rumlaufen sind so verdammt jung und die Frauen auch oft noch verdammt hübsch und verdammt spärlich bekleidet. Allein da käme ich mir zu sabernd vor und den Opa auf der Parkbank, mit dem ich mich über Politik unterhalten könnte, habe ich noch nicht gefunden. Muß ja auch nicht.

Schattige Ruh. So ein Hinterhof mit Grün drin, sein Leben würde mich interessieren. Aber da spaziert man nicht einfach rein.

Eine Fahrradkarte habe ich mir heute gekauft, Naviki, wirft keine ordentliche Wege für Ungarn aus, da scheine ich Pinoier zu sein. Mal sehen, was passiert, wenn ich meine Tracks hochgeladen habe.

Und eine Zugfahrkarte, Nachtzug, Liegewagen, mit Fahrradkarte für Sonntagabend ab Wien, habe ich mir besorgt. War eine ziemlich Klickerei für die Dame am Schalter, hat auch gefühlte 15 Minuten gedauert.

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Fussball

Fussball


als ich irgendwie rein nach Budapest radelte, begegnete mir das Puskas Denkmal und ich fragte mich, ob Helmut Rahn auch so ein schönes Denkmal hat…ein bischen recherchiert, gibt ein „Rahn-Denkmal“ in Essen

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Hunger

Tee


sitze noch nichts gepackt, am Fluss , habe nur Tee und Hunger. Lebensmittelläden sind weit weg.
Ist ja aber nicht wirklich Hunger. Verhungert bin ich noch lange nicht.
Aber schlechte Laune könnte ich haben.
Dafür ist es gut alleine zu fahren.
Aber, zu mehreren wäre ich schon aufgebrochen, um etwas zu essen zu besorgen.
Ungarisch klingt von einer großen, aus mehreren Familien bestehenden Campinggruppe herüber. Die Sprache klingt unglaublich genau,gar nicht genuschelt, aber auch gar nicht hart, gut akzentuiert, kultiviert, auf eine gute Weise unemotional.
Aber man sieht hier öfter Beschriftungen in Runenschrift. Frag mich ob so etwas Traditionspflege oder die Sehnsucht nach „der guten alten Zeit“ ist. Die geht ja wieder vermehrt um in der Welt.
Übermotorisiert mit einem SUV Fahrradfahrer in den Straßengraben fahren, das ist für mich gerade die Form des „neuen, alten Menschen“. Der SUV ist wirklich etwas sehr altes, traditionelles.
Da, ich hab’s geschafft: Rücksichtslose Autofahrer -dabei hat es gar nichts mit Rücksicht, in deren Fall es beim in den Graben geschubsten Radfahrer zu spät wäre, sondern Vorausschau zu tun- rücksichtslose Autofahrer sind Faschos.
Oder doch nur Kriminelle oder potenzielle Mörder? Irgendeine Form von Herrenmensch.

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An der blauen Donau

eigentlich wollte ich heute Abends in Budapest sein, jetzt sind’s fnoch 60 km. Habe mich zum Flusstalfahrradfahrer entwickelt. Nein. War schön der dierekte Weg durch Westerwald, Vogelsberg, Rhön, Franken, Oberpfalz, durch Tschechien, das Weinviertel, aber seit ein paar Tagen -und da habe ich mich ja schon über die Bayern entsprechend geäußert, gehen mir die Primi-Auto-PS Kraftprotze, so auf die Eier, das ich heute mit ziemlichen Verlust, den direkten Weg umfahren und nach einem Versuch in Ungarn beschlossen habe, das Donauknie, mit ca 25 km mehr zu fahren.
Aber ich bin happy. Ich habe das Zelt wieder zusammen bekommen und campe seit längerem wieder. Vor ein paar Stunden, bei der Überquerung der Donau von der Slovakei nach Ungarn, dachte ich: Ist doch gar nicht blau, die Donau, eher braun-grün,. Aber eben war sie es. Richtig blau in der Abendsonne und hier ist ne tolle Stimmung, gefällt mir gut. Ein netter Campingplatzabend mit Fluss und ich bin der einzige Deutsche hier.
Ich wollte noch von einer Hechtsuppe erzählen, die ich heute gegessen habe und mich fragen, woher der Spruch kommt, dass „es wie Hechtsuppe zieht“ oder was es bedeutet ein „ein toller Hecht“ zu sein, weil der Hecht teilweise sehr fettig war, aber Quatsch: Zwei Bilder noch:

das war der Blick aus dem Hotel heute Morgen in Sala. Ich fragte nach, aber keiner konnte mir erkären, warum hier nur Plattenbauten standen

blaue Donau halt

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zu viel

Statt „fiel“ schrieb ich gestern „viel“
fielzuviel halt

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Šaľa

sind noch 130 km bis Budapest.

zweierlei viel mir besonders auf:

so beschwingt wie der, geht hier keiner über’n Zebrastreifen. Tolles Zeichen aber

Jesus und die Rotarmisten? Peppone und Don Camillo aus der Donauebene?

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Auf der Länge von Bratislava

da bin ich gerade:

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