Sonica

Mal wieder durch Regen gestoppt, es lief so schön…Rückenwind, ziemlich flach, Kette rechts.
Noch 200 km bis Budapest. Bin schon 30 km in der Slowakei. Tristheit stellte sich ein seit der Grenze. Zu dem verhangenen Himmel gesellte sich das Erscheinungsbild einer verlassenen Landschaft.
Oft liegen überfahrene Tiere an der Strasse, verfallene Höfe liegen am Weg.

vielleicht hilft weniger schnell fahren?

Jetzt gerade aber, in einer improvisierten Kneipe in einer Hofeinfahrt, trinken Leute Bierchen, diskutieren.
Der Mensch oder meinetwegen nur ich, ist ein schlechtes Messinstrument. Wegen ein paar Eindrücken dichte ich mir irgendetwas zurecht, schreibe vielleicht von der Slovakei an sich und im besonderen. Selbstverständlich gibt es welche mit Kenntnissen, die das können; trotzdem ist dieses Beschreiben weg vom Erleben, und immer eine Vermischung von dem was ich sehe, was gerne gesehen wird und dem was zu sehen ist.
Tote Füchse auf der Fahrbahn gibt es überall, wo es Autos und Füchse gibt.
Aber an die sich unterhaltenden Menschen hier komme ich nicht ran, das ist schrecklich.

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Im Weinviertel

Gibt ein Viertel Wein und hier, im Dreiländereck, Östereich, Tschechien und Slowakei, ganz in der Nähe von Wien, gibt es ein Weinviertel. Ein Waldviertel gibt es hier auch in der Nähe, aber kein Viertel Wald ha, ha, ha

Fällt mir schwer, etwas vernünftiges zu berichten,….“Ach, Nee?!“

Eben fuhr ich durch eine goldene Landschaft, ne eigentlich schon den ganzen Tag, aber die Abendsonne stand in den Kornfeldern, die auf der „Weinviertler Weinstrasse“ vorherrschender waren als Wingerte, die Sonne stand anders als in Mähren, dem östlichen Teil von Tschechien, und anstrengender zu fahren war es dort.

Aber das ist klar: Die Sonne steht tagsüber immer anders, je nach Tageszeit, nachts übrigens auch, aber da merkt man nichts davon.

Heute waren es über 150 km.

Ich bin durch viele Kornfelder gefahren, auf der Landstrasse und wenig durch den Wald. Ich bin gefahren, gefahren, gefahren, mehr nicht; gerne würde ich mit aufregenderem aufwarten, aber da ist nichts, nichts außer…Nun, hier, diese Niederöstereicher, hier gerade in der Gaststube begegnen einem aufmerksam, jeder der reinkommt nimmt mich wahr. Klar, gut für das Ego des Landstrassenfahrradheinis….aber ich finde das bemerkenswert. Es geht mir nicht um mich, wirklich nicht, auch, wenn da gerade einer von den Kneipenleuten, brumm, brumm in sein Auto eingestiegen ist und lautstark vollkommen lebensfeindlich die Biege gemacht hat, es geht mir um …das, was ich nicht drauf habe: Erstmal freundlich zu sein, erst einmal „welcome“ zu machen, gastfreundlich zu sein. Mag sein, dass es an meinem Sumpfgermanenaussehen liegt, das die freundlich sind…ja, das ging mir heute durch den Kopf…ein Bericht aus meiner dumpfen Gedankenwelt auf dem Fahrrad:
Heinz Rühmann hat einmal ein Lied mit dem Refrain gesungen: „Warum heiße ich eigentlich Emil und warum denn nicht Waldemar. Und warum bin ich denn semmelblond und hab kein schwarzes Haar.“ Da Rühmanns Kariere schon vor dern dreissiger Jahre began, frag ich mich, wann er den Song gesungen hat. Vielleicht, als es besonders toll war blond zu sein?

Ja, son oller Kram geht mir durch den Kopf, wenn ich, nur zufällig so eine KuK Tour mache. Das geht noch weiter zurück. Dieses Habsburgerreich, in dessen Restrelikt ich gerade die Tastatur betätige, war ein riesiges Dingen, bin mir nicht sicher, aber nach Russland höchstwahrscheinlich der größte europäische Flächenstaat, vor dem ersten Weltkrieg also.
Hier, wo jetzt ein Dreiländereck ist, war bis zum Ende des ersten Weltkriegs, höchstens Verwaltungsgrenzen. Viele von den schönen Städten und Dörfern durch die ich seit drei Tagen gefahren bin, standen damals schon. Polen gab es zu dieser Zeit z.B. nicht, aber ich habe schon öfter gehört und gelesen, dass Polen ihre Kultur am besten unter östereichischer Herrschaft leben konnten.
Und: Warum geht es hier überall so ums Essen und Trinken? Knedel, Bier usw….

Kriegs nicht auf die Reihe. Will ich auch nicht. Und ich will auch nicht die guten, alten Zeiten. (In Nepommuk im Esssaal des Hotels hing übrigens ein Bild vom Kaiser Franz mit seinem Backenbart)

Hier gibt es grünen Veltliner, günstig aus dem Zapfhahn und ein paar Fotos von mir…morgen will ich weiter Richtung Budapest. Zwei Tage noch, schätze ich und dann mache ich die Biege, Richtung Westen, übern Balaton oder den Neusiedler See, nach Wien, je nachdem. Ins Land der Vampire fahr ich nicht, zu wenig Zeit.

heute morgen sah es nach einer Expedition in die Botanik aus

aber dann ging´s vornehmlich auf der Landstrasse

…und einigen „Gravelpathes“

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Jindřichův Hradec

in Temesvar war ich schon

heute waren es sogar 130 km….
einfach ein paar Bilder

noch ein letzter Blick auf Nepomuk

Viele Waldwege, mit viel Gepäck

Mit der Pipeline über den Fluss

tiefe Täler

und hohe Storche

Blasmusik dierekt vorm Hotel

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Pumuckl

Eigentlich wollte ich mich heute reumütig bekennen, mein geschriebenes Gefasel, widerrufen, einen Schwamm über die letzten „Berichte“ wischen, aber eben habe ich noch einmal drüber gelesen und kann einen roten Faden erkennen.
Beim Schreiben wollte ich immer schon so etwas wie einen „Stream of Consciousness “ hinkriegen.
Richtig gut, was ich da schreibe finde ich es nicht, aber es geht in die richtige Richtung.
Heute hat es bis 16 Uhr geregnet, richtig dicht und durch den Regen bin ich hindurch gefahren. Kalt und nass wars, aber der Wind kam zum Glück von hinten. Trotzdem habe ich heute nicht die beste Tagesleistung.
Aber sollte ich nicht eigentlich von den mini-rot-berockten Kellnerinen berichten, die mir dauernd ein neues Pilsener Urquell hinstellen, das hier aus dem Boden zu schießen scheint.
Die jüngere, blonde von den Kellnerinnen flirtet ein bischen mit mir, was ich mir vielleicht auch nur einbilde, aber und ausserdem und neben der Arbeit, spielt sie mit einen von den Köchen Verstecken, das hat etwas unglaublich Verspieltes, macht richtig Spass zu zugucken.
Ich bin in Nepomuk, was ja kein Name für einen Menschen, sondern für einen Ort ist; der heilige Nepomuk, wie er genannt wird, hieß Johannes und kam hierher. Habe aber gerade nachgeschaut. „Nepomuk“ ist durchaus ein Vorname, mittlerweile und „Pumuckl“ ist die Verkleinerungsform.
Cut.
Ich verstehe kein Wort Tschechisch. Schrecklich.
Und was gab es heute noch?
Der Wirt in der Oberpfalz heute morgen hat mir vorausgesagt, dass es keine 120 km werden würden, weil es so regnete. Sind 105 oder so geworden, habe nicht genaut geguckt, sind aber über 100.
Schon nach 5 km praller Regenfahrt habe ich wieder ein zweites Frühstück zu mir genommen. Die Frau hinter der Theke der Bäckerei sprach überhaupt kein Bairisch.
„Sie sind aber nicht von hier!“
„Ne, ich komme aus Berlin!“ sagte sie. Berlinert hat sie aber auch nicht. Ist in der Oberpfalz verheiratet und will aber auch nicht mehr nach Berlin zurück. Berlin ist nicht mehr das, was es mal war….und wir kamen in ein Lamento über die guten alten Zeiten…..ja, ja und dann wollte ich doch wieder raus in den Regen.

raus in den Regen


Viel früher als gedacht kam die tschechische Grenze und der Regen hörte trotzdem nicht auf.
Dann fuhr ich, von einem Mittagessen unterbrochen, immer weiter durch Wald und Landschaft, meistens auf kleinen Strassen, viel rauf und runter.

wie Max Ernst sein Grätenwald


Ich fing an zu Tunneln. Was das ist? Man hängt irgendwelchen alten Themen oder Szenen nach und ist gar nicht da wo man ist. Tunneln ist das Gegenteil vom „Stream of Consciousness“.
War kalt und nass auf dem Rad, vielleicht war das der Grund. Ich bin zwar oft nicht richtig da, wenn ich Fahrrad fahre, aber in der nassen, relativen Kälte, „macht man sich warme Gedanken“. Dann kommt oft, dass ich mich irgendwo anders hindenken will, in eine ganz andere Richtung, als die, die ich gerade eingeschlagen habe. Das macht erst recht nicht glücklich. So fängt blöder Stress an. Man meint man muß, wenn man schon Urlaub hat usw. wenigstens glücklich sein.

kurz vor Schluss der Etappe


Ich bin glücklich gerade; ich freue mich daran, wie die Finger über die Tastatur fliegen, dass es trocken und warm ist, mittlerweile die Abendsonne scheint, ich gleich noch durch die Stadt flaniere.

das Fahrrad schläft im Ballsaal

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Morgenregen

Seit über 2 Stunden regnet es dicht, aber die Vögel zwitschern vermehrt. Stimmt das? Kündet Vogelgezwitscher das Ende des Regens?

Ausblick

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Vohenstrauß in der Oberpfalz

irgendwann heute auf der Höhe von Bayreuth, war ich aus der „frängischen Schweiz“ raus , die Straße wurde flach, aber gross und stark befahren von Autos. Da haben die hier noch Entwicklungsbedarf: Für eBike Touristen, die von einem leckeren Bierchen zum nächsten cruisen wollen ist hier alles super, aber probier mal mit dem Fahrrad von A nach B zu kommen. Auf der direkten Landstraße hat der Radfahrer nichts zu suchen, auch, wenn’s erlaubt ist. Stimmts, Bayern ist das Bundesland mit den meisten Automarken. Sind zwar nur zwei, aber hier gilt „Freie Fahrt für freie Bürger“ und das nich nur auf der Autobahn.
So ist das halt, wenn man Wilde motorisiert. Frage mich auch welcher Verein einen höheren original bajuwarischen Anteil an Mitarbeitern im Zeitalter der Globalisierung hat: Bayern München oder BMW. Das „Wilde“ des Barjuwaren ist schon längst internationalisiert, soviel zu dem Vorurteil, das ich gerade aufbaue.
Macht nichts, wenns nötig oder Oktoberfest ist zwängen sich die letzten Preussen noch ins Dirndl oder die Lederhose. und?

Der Wirt hat mir grad die dritte Halbe auch noch ans Herz gelegt.“Die packen’s auch noch! Da is e fost ka alkohol drin! Und den Schwitzfaktor müssen’s bedenken. Die Vitamine und Salze, des müssen’s alles wida reinholen!“

unter uns: Son Quatsch wird überall erzählt, nur in einem anderen Dialekt.
Also, das andere ist anders, mehr nicht.
Aber Weg und Wolken, heute waren schön.

Jpeg

super ausgeschildert

irgendwann, aber spät gabs dann doch noch einen Radweg an der Landstraßenrennbahn

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Richtiger Regen

Regenzwerge


hänge zwischen Coburg und Bamberg, im Obermaingebiet im Regen fest.
Die Entspannung der Natur ist spürbar, das Land säuft.
Nicht nur Regen. Fast jeder Gasthof ist auch eine Brauerei und da wo ich gestern schlief, in Löffeld…die Amseln zwitschern gerade, dann hört’s bald auf zu regnen….hat’s gut geschmeckt.
Gestern Morgen musste ich das Zelt auseinander knüpfen, um es zu trocknen, jetzt habe ich trotz einiger Versuche Innen- und Aussenzelt nicht wieder zusammen.
Die Regenhaube für den Helm habe ich beim Trocknen auf dem Rad verloren.
Grad jetzt geht gehen mir diese Gefühlbegriffe wie Planen, Zielen, Träumen und Vorstellen durch den Kopf.
Wenn man sich Illusionen macht, ist das nichts Gutes, desillusioniert zu sein auch nicht.
Einen Regen, bei dem man einfach nicht fahren kann, ist nicht planbar,aber normalerweise, gibt es jetzt ein Alternativprogramm wie Museumsbesuche oder Brauereibesichtigungen.
Wie schrecklich wird es sein, wenn ich aufhöre in das Handy zu tippen und es immer noch regnet?
Wasser, ist wichtig. Dem Regen zu zugucken, dem Trommeln der Tropfen zu zuhören und das Strudeln in einem Gewässer zu beobachten, sind sehr schön gegebene Formen der Meditation.
Ich sitze auf einer Hotelterasse, hatte dort ein zweites Frühstück und „selbstverständlich“ darf ich abwarten bis der Regen vorbei ist.

Planlos, Ziellos nur mit einer Richtung.

Am zweiten Tag in Grünstadt bei Gießen kamen mir auf dem Radweg schulfreie Kinder und Jugendliche chotisch und massenweise entgegen. Ein Jungen knallte mit seinem Fahrrad gegen die Leitplanke. Auf meine, überflüssige und erschrockene Frage, was das war, sagte er: „Dummheit!“ grinste aber. Ich stellte sein vereiertes Hinterrad so gut wie möglich ein, ermahnte ihn das Hinterrad so schnell wie möglich zentrieren zi lassen.
Der Junge grinste weiter, Ja, Ja,……sein Freund bedankte sich.
Ich war angetan von dieser Unbefangenheit und genervt von dieser Sorglosigkeit.
Der Regen hat aufgehört.

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Recht gläubig

in Bischofsheim an der Rhön, schon in Bayern gibt es eine Othodoxe Gemeinde. Initiiert wurde sie von einem Mann aus der Gegend, der jährlich auf dem Athos war, ordiniert und der Pope ist.
„In dem Haus essen die gemeinschaftlich,“ erzählte mir der Herr, der mir llea eeklärte. „Gemeinschaftlich“ das klang wehmütig und anerkennend zugleich. Der Pope mit schlohweissem Kopf- und Barthaar, wurde gegrüsst wie eine Honoration.

Gospodim ponomaiju

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Wo wir uns finden

ganz nah der Wasserkuppe. Wieder nur 120 km. Im Volkslied heißt es ja „Wo wir uns finden, wohl unter Linden, zur Abendzeit..“ Alles da, sitze gerade auf der Bank, unter den Linden und habe den Einfall, das „sich finden“ nichts anderes ist als „uns finden“.

wohl unter Linden

ein Weg von heute

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Gießen

nach keinen 20 km Pause, gemütlich halt, ein Engel, eingestellt oder ausgestellt bei einer gleichnamigen Apotheke, wacht über den Dächern von Gießen.

Golden Angel

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