Ruhe und Frieden

Ruhe hält schreiendes Kind

Fest im tröstenden Arm

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Der starke Geschmack

Eine Portion Spaghetti mit

Knoblauch, Olivenoel, Tomatenmark

Beschwört eine Sehnsucht

Nach starkem Geschmack:

Rotwein, Espresso, die kräftige, dunkle Zigarette,

Sehnsucht, nach Zunge, Gaumen und Nase

Bronchien und Lunge, Sehnsucht nach

Kraftgeschwollenem Spüren.

All das, ausser den Nudeln „aglio olio“, lass ich

Ungestillt liegt Knobllauchkraft

Im körperlichen Wesen fordernd

Das kühle, satt die Kehle rinnende Bier

Lass ich schon seit Jahren

Denk meinen Teil

Hunger des Gedankens

Dein Verzicht

Glückseelige Sehnsucht.

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Weniger ist mehr

Ach hätte ich doch Intellekt

Und nicht bloß viele Sachen

Ich hätte vielleicht sogar etwas entdeckt

Rein geistig, da ließ ich es krachen

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Widerwillen wilder Wille

Wenn es doch die Leere wäre

Die mir oft das Herz beschwere

Wirklich ist es nur der Wille

Wildgeworden voller Fülle

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moralisch tief zweifeleregend

da hatte er den freien willen

nur zum chillen

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Istanbul

Da will ich die nächste große Fahrradtour hin machen. Ich plane schon, schaue immer wieder in Landkarten, lese etwas über die einzelnen Länder durch die es gehen soll. Schiss habe ich ein wenig. Aber schon viele dahin gefahren, viele auch weiter, auf die Seidenstrasse.

Aber diesmal gibt es kein wirkliches Thema, das ich mir fabriziere. Istanbul liegt am Rand Europas und das war`s, so wie Syracus auf Sizilien und Lissabon. Weiß auch gar nicht wann ich die Zeit dafür hab: drei Wochen bräuchte ich schon; aber vielleicht habe ich diesmal ja Rückenwind.

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Nachsehen

Schaue hier oft nach, ob sich etwas verändert hat. Könnte ja nur ein Kommentar sein, alles andere mache ich. Dabei denke ich beim „Nachsehen“ gar nicht an die Kommentare.

Ob das möglich ist?:

Veränderung ohne Feedback? Ein Ich, das von sich selbst feststellt was und wo es ist? Nein, aber das „Ich“  könnte sich auch niemals diese Frage stellen. Das Festhalten, was z.B. auch so ein Blog ist, trügt. Es ist Sehnsucht nach einer Position, Veränderung nichts weiter als die Einsicht in Veränderungen. Wenn ich es aufschreibe, ist es schon wieder anders, wenn ich mich aufschreibe, bin ich schon wieder anders.

Das Sehnen nach Begegnung bleibt.

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Lesen, ab und zu

Was würde aus der Welt, wenn wir menschlich wären? Wenn der Mensch wirklich fühlen würde, gäbe es keine Zivilisation.

Fernando Pessoa in „Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchalters Bernardo Soares“

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Erlebniskauf

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War nicht in der Lage gewesen, währen des Aufenthaltes im Restaurant eines Inneneinrichtungsanbieters in Köln Godorf etwas Vernünftiges zu schreiben.

Das Experiment funktioniert nicht gut. Ich bin voller Miesepeterei vor allem was da passiert. Jetzt habe ich viel gelöscht und trage wieder nach:

Einen Nachmittag während dessen ich am Rhein entlang nach Köln Godorf und wieder zurückgefahren bin, mit dem Lastenrad, mit Lasten, die auch bequem auf dem Gepäckträger eines normalen Fahrrads hätten gefahren werden können.

Ich bin schockiert von diesen Menschenmassen, die durch eine Fabrikhalle geschleust werden, bzw. selber und freiwillig hindurch fließen. Ich selber schließe mich davon nicht aus, mache aber die Fahrt dahin ganz anders als die meisten, eben mit dem Fahrrad.

Was für ein „Erleben“ ist das? Was für ein Kult?

Mir kamen zwei mit dem Fahrrad entgegen, an der Ampel, vor dem riesigen Parkplatz.

„Arbeitet ihr da oder habt ihr euch etwas gekauft?“

„Gekauft“, riefen sie mir beim Rüberfahren zu, so als wenn sie verstanden hätten worum es mir ging. Ich bin wegen drei Klemmlampen hin gefahren, ein paar Gläser kamen noch dazu; den Satz würde ich gerne verschämter schreiben.

Ich finde es bei denen allein schon unverschämt, dass die mich einfach so überall schriftlich duzen. Kommt wohl davon, dass man in Schweden jeden duzt außer seiner Majestät, trotzdem es provoziert mich, ist distanzlos. Es gibt so wenig Möglichkeiten sich gegen Mächtige -und das sind Konzerne nun mal- zu distanzieren. Für eine gewisse Form der Würde kann man Groß-Gestellte ja fragen: Seid wann sind wir per Du?

Aber ich brauche doch einfach nicht hin zu fahren. So…wann kommt ein witziger, gut zu konsumierender Anti-Text zum „ZahlstDunoch oder KotztDuschon blaugelben Riesen“. Nix kommt, nacht.

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Nachschlag

Hatte mich echt gepackt dieser Artikel über Autentizität, Ichgefühl:

„Mein wahres Gesicht. Heute ist das Echte, Authentische gefragt. Doch was ist das? Und wie findet man es?“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Vermutlich weil ich diesem Ich-Konstrukt auch hinterher bin, auf meinen Touren, allein. „Auf dem Weg zu sich selbst“ so bläht man ja oft.
Martin Buber habe ich schon mal zitiert: „Der Mensch wird am Du zum Ich“. So stand es auch marginal neben diesem Artikel.
Also nicht aufs Rad, allein durch die Gegend, sondern unter die Menschen?
Glaube ich nicht, dass es so gemeint ist.

Im Zusammenhang seines Textes „Ich und Du“ mündet Martin Bubers Beschreibung des Neugeborenen bei der ersten Menschwerdung nah der Mutter in diesem Aphorismus „Der Mensch wird am Du zum Ich“. Im gesamten Text geht es darum, dass es zwei Arten von „Begegnen“ gibt die eine benennt er mit „Ich und Du“ und die andere mit „Ich und Es“, wobei erstere, „Ich und Du“ eigentlich das wirkliche Begegnen ist.
Ein Ich, dass mit vielen Ichs zu tun hat, muß trotzdem noch keine wirkliche Begegnung sein. Es ist keine Frage der Vielzahl von Treffen mit Menschen, sondern der Qualität des Beisammenseins: Sehe ich mein Gegenüber als Du oder als Es.

In die einzelnen Philosophien und Religionen bin ich zu wenig stark eingeweiht, um es wirklich beschreiben und beurteilen zu können.

Aber mich befällt ein starkes Unwohlsein, wenn ich irgendwo etwas vom „Ich als Illusion“ lese. Man kann damit alles entschuldigen, weil man niemals selber etwas gemacht hat, weil es einen selber ja gar nicht gibt. Man braucht es nicht einmal zu entschuldigen, weil es „man“ auch nicht gibt.

Ich glaube für Verlässlichkeit und Vertrauen, bedarf es dieser Egomanen, die ihr „Ich“ nicht nur nach dem „sozialen Austausch mit ihre Umwelt“ ausrichten, sondern Prinzipien suchen, wie z.B. „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Was müssen die Widerstandskämpfer für ein starkes Ich gehabt haben? Und wie schade ist es ein solches Ich als Illusion ab zu tun. Wie gefährlich ist es zu behaupten: „Was den Kern unseres Menschseins ausmache, sei letztlich der soziale Austausch mit der Umwelt.“
Ja, ich weiß, Moral ist auch nur ein Austauschprodukt aus der Umwelt, aber das haut so nicht hin.

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