Oxford 13.7 11:25

Fast noch nix gefahren. Beim YMCA gibt´s endlich ordentliches Internet und vorher, Zelt abbauen, Fahrrad packen etc. das ist schlimmer als Schminken.
Heute werde ich bestimmt wieder nass und vielleicht trage ich wieder recht vorteilhaft, die guten, handgestrickten, aus den Fahrradsandalen quellenden, Wollsocken.

Ein Herr am Campingplatz war so nett mir einen Cyclepath zu empfehlen, der wohl quer durch´s Dartmoor geht und TARKA Trail heißt. TARKA ist ein Buchtitel, geht um einen Otter…..und wie so oft hier die Menschen Wege erklären, hat er mir eine kleine Sizze in mein Notizbuch gezeichnet….(der Zipfel Land ist Cornwall, bzw. Devon und das P steht für Plymouth)

Sketch

Sketch

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Leavin’London

Den Regen abwarten

Den Regen abwarten


Wird schon wieder heller. Bin irgendwo im Nordwesten von London, noch innerhalb des großen Autobahnrings, aber schon 40 km seit Greenwich gefahren.
Die Wettervorhersage gestern im Fernsehen war mit „Another Showerday“ überschrieben und gerade habe ich mir den zweiten Tee bestellt, bzw. an der Bar abgeholt, als es endlich wieder aufklart. Eben hat’s einen Schauer gegeben, der mit englischen Regen gar nichts mehr zu tun hatte. Viel zu nass.
Aber es geht, gibt ja nichts, das eine gute Tasse Tee nicht richten könnte.

Jetzt haut gerade ein alter mit Pudelmütze, Kippe im Mund, Pint in der Hand, dazwischen: Na, fährst Du für Sky Channel? Er sieht nach viel Schalk aus, der Alte, aber ich verstehe fast nix.
Komme schon wieder nicht ins Internet, obgleich es hier als „free wifi“ angezeigt ist. Geht einfach nicht, habe auch schon an der Bar gefragt wie es kommt, geht nicht.
Mann, bin ich abhängig von dem Scheiß. Wie kann ich jetzt genau gucken, wo ich bin? Mit dem Navi natürlich. Aber ich muß doch nach meinen Freunden auf facebook gucken. Quatsch. Ich muß nachschauen, was hier mit der englischen Politik los ist; Cameron scheint seinen Abschied zu nehmen „will offer his resignation to the Queen tomorrow“.
Eben bin ich am Big Ben vorbei und der Weg nach Oxford geht sogar über Buckingham Palace. Die Guards hatten keine Bärenfellmützen auf, die Touristen aber Fotoaparate.

Die Niederländische Botschaft hat die Europafahne gehisst

Die Niederländische Botschaft hat die Europafahne gehisst


Sitzt rum wie Abraham heißt aber Albert

Sitzt rum wie Abraham heißt aber Albert


Reinfahrend wollte ich ein Loblied auf das Engagement für den Fahrradverkehr hier singen. Coole Biker, deren Räder stärkere Statussymbole als die sie umgebenden Autos darstellen mögen, viele mit Rennlenker, setzen den heißen Reifen, den ihre Verkenrsgenossen mit schnöden Autos auf die Strasse bringen , mit Muskelkraft fort.
cool

cool


nicht so cool

nicht so cool


Aber auch für die Schisser gibt es ne Menge Radwege. Beim Rausfahren Richtung Nordwesten hatte ich dann wieder ne Menge Autolärm, hochtourig fahrender Wagen um die Ohren, mußte mit dem Rad durch Ubahnschächte, war wieder nervig…..aber seit den 1990 Jahren, als ich das erste Mal durch London mit dem Rad bin, hat sich ne Menge getan.
Der Regen ist vorbei. Here we go.

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Irgendwie….

klappt das mit dem Frühstück nicht und der Kellner ist ganz verwundert, dass ich keins bekommen hab, verschwand in der Küche, ist wieder da, erklärt aber nichts……
„I want to become breakfast!“ Dann kann ich mich selber aufessen.

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London 12.7

Der Weg vom 11.7

Der Weg vom 11.7

heute nur Bilder

Grad in Dover  10.7

Grad in Dover 10.7

Jpeg

Jpeg

Heckentunnel

Heckentunnel

Teatime

Teatime

Geht grad noch

Geht grad noch

Cycleway No 1

Cycleway No 1

Offiziell oder Graffiti

Offiziell oder Graffiti

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Rochester 11.7 15:30 Greenwich

Zum letzten Kommentar: Sir Michael Caine, heisst der, ist wirklich ein Ritter, der Schauspieler.
Mein Fahrrad ist drüben auf der anderen Seite.

Jpeg

Jpeg

Fieldmarshall Montgomery bewacht es

Jpeg

Jpeg


Ansonsten ist es einfach Scheisse mit dem Netz und dem Handy. Stürzt alles dauernd ab…….vielleicht demnächst mehr, erstmal nach London.

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Over and Dover

Bin gerade auf der Fähre von Calais nach Dover, aber das Unmittelbare ist hier nicht möglich: Kein Internet.
Wo fang ich an? Gestern? Gestern habe ich mich zwar gemeldet, aber da waren keine Erfolgsmeldungen dabei, keine Leistungsanzeigen, nix von all dem.
Schon wieder waren es über 190 km, genau 192, von Leuven bis nach Dünkirchen bzw. von Löwen bis nach Dunkerque, ganz wie man es will, ganz so wie es korrekt erscheinen mag.
Und da ist auch schon jemand, den ich immer wieder auf der Tour antreffe: Meinen inneren Klugscheißer. Der innere Klugscheißer ist hierarchisch über dem inneren Schweinehung anzusiedeln, im Grunde hat er den inneren Schweinehund erfunden.
Egal. Doch, doch nicht egal.
Nach Gent, diese verdammt schönen, fast schon zu schön scheinenden, kullissenhafte Stadt, gings nicht, mehr auf Nationalstrassen flandrisch rauf und runter, sondern flach auf kleinen, ständig meandrierenden Sträßchen, herrlich durch die Flachlandschaft.

Jpeg

Jpeg


Wo der Kugscheißer ist? Im „Meandrieren“. Das Wort wird von einem Fluss hergeleitet, der sich besonders stark durch die Landschaft geschlängelt hat und ist so als Begriff in die Limnologie eingegegangen. Limnologie? Ha, Flusskunde…..Ha Ballaballa. Wie ich drauf komme? Neulich sagte ein Kunde zu mir am Telefon zwecks Terminvereinbarung, er würde noch ein wenig „durch die Gegend“ meandrieren. Er ist Mathematiker und ich wüßte gerne, welche Nuance dieser Begriff bei ihm hat.
Das Wort aber blockierte meine ganze Wahrnehmung, während ich mich herrlich durchs Flachland schlängelte.

In dieser Landschaft mußte ich mir etwas zu Essen besorgen, schob mein Rad in einen Supermarkt und die Kassiererin, wehrte mich zuerst ab, sah aber mein sorgenvolles „oh mein Fahrrad“ und erlaubte mir das Rad vorne an der Kasse abzustellen.
Ob ich allein unterwegs sei, von wo ich komme usw. Und ich? Muffig. Warum? Es war das unausgesprochene „Allein geht gaarnich“, was sie aber höchstwahrscheinlich gar nicht meinte. Ich sage zwar, dass man in Europa überall nette Leute trifft, aber das mit einer Hackfresse und die war noch so superfreunlich gewesen….Irgendwann bekam ich die Kurve. Ich persönlich stehe auf auftauende Muffköpfe, trotzdem tuts mir leid, ihre Freundlichkeit anfänglich so gewechselt zu haben.
Der innere Klugscheißer, könnte jetzt sogar eine schneidende Formulierung für dieses „Versagen“ finden, aber „I am, what I am“, was nicht stimmt: Ich sind immer viele, ist ja ne olle Kamelle.
Das ist das eigentliche Thema für mich. Wenn ich jetzt beschreibe und mir irgendetwas vornehme, als Objekt habe also, also meine objektiv zu sein, wenn ich zum Beispiel „den Engländer“ nehme, oder wenn ich nur ansatzweise die Männer, mit dunkler Hautfarbe beschreibe, die überall in der Nähe vom Hafen in Calais sich aufhalten, immer ist es Quatsch, immer Müll, fern vom Erleben, kalter Kaffee: Das Ich und die anderen.
Wenn ich die Historie von irgendetwas aufbereite, immer hat es ein Färbung, einen Haufen Wertung oder Politik, immer ist das „Storytelling“ nix weiter als Zeitvertreib, der Fingerzeig auf den „anderen“, immer ist das „Immer die andern, wie soll es anders sein“ ein wunderbarer Songtext von der Kleingeldprinzessin Dota…Kehr

Ankunft in Dünkirchen

Ankunft in Dünkirchen

Die Lautsprecherdurchsage kommt: Die Duty Free Shops schließen. Die Kaffefahrt ist vorbei und wann erreichen wir Dover?
Die Männer an der Bar sprechen Cockney, glaube ich, in jedem Satz ist ein „Boing“ oder „oing“. Mir hat mal jemand erzählt, dass Alfred, der Butler von Batman, ganz wunderbar im Originalfilm Cockney, den Dialekt in und um London, spricht. Wie heißt der Schauspieler? Sir…..oder ist er noch nicht Ritter geworden? Erhebung in den Ritterstand. Geil. Gibt’s sogar in Italien. Cavalliere della Republica. Berlusconi ist einer und Colnago, der Rennradhersteller. Endlich wir sind wieder beim Fahrrad angekommen. In England immer noch nicht.
Hoffentlich schaffe ich es bald, wie die Fotos, die durch ein noch so kleines Objektiv, aber eben eins, in mein Handy gekrochen sind, objektiv zu beschreiben, was ich erlebe; das wünscht sich der Konsument zu Hause, dafür schreibt man: Den Menschen vom Begegnen fernhalten und ihm die „anderen“ zu servieren.
Fortsetzung folgt: Auf „I am what I am“ folgt „I always love you“.

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Aalst 9.7. 13:45

zwischen Brüssel und Gent, ne Pizza essen. Na und? Hier kann ich mich wenigstens richtig verständigen. „Aqua minerale naturale o gazata?“ Ob ich mit dem Fahrrad schon mal in Italien gewesen sei? Klar, schon oft. Und direkt versteht man sich.
In Brüssel konnte ich sogar Deutsch quatschen Siebert, ein Kollege aus dem VSF (Verband Service Fahrrrad), hat dort einen Fahrradladen, aber samstags ist nicht viel Zeit zum Quatschen in einem Fahrradladen.
Ziemlich bald kamen wieder Cross-Einlagen auf der Strecke.

Jpeg

Jpeg


Aber die Radwege sind auch nicht viel besser. Glaube, dass deshalb die Cross-Disziplin beim Radfahren in Belgien so verbreitet ist: Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich darin zu üben. Au weia, jetzt ist schon 14:12..Nur noch den Cappucino, dann geht’s weiter.

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Brüssel 9.8 11:30

Vorurteile:
Immer gedacht, Brüssel sei flach. Quatsch. Gegenwind ist immer noch.Freilich auch nicht grundsätzlich. Die Abenteuer lassen auf sich warten, aber das Wetter ist schön.

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Morgens in Leuven 9.7

Jpeg

Jpeg


Strahlendes Wetter draussen, der Kaffe hat schon seine Wirkung getan, aber der Körper? Weiß genau, dass wenn ich mich auf’s Rad setze weiterfahren kann, dass es gut geht. Kein Stress, aber auch kein Durchhänger darum geht es mir. Hier mitten in der Stadt kräht gerade ein Hahn. Daueert bestimmt noch ’ne Stunde, bis ich auf’m Rad sitze, jetzt ist 8:11

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Leuven 8.7

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Hab doch noch ein paar Kilometer geschafft, 194. Kurz vor Leuven aber die „Pappe auf gehabt“. Stetiger in meinen Ohren rauschender Gegenwind, sehr viel auf Nationalstrassen, deren Autoverkehr mein Gehörorgang total durcheinander brachte. Heißt ja, das alte Leute, von einem Haufen Krach richtig Kirre gemacht werden, die können das nicht so gut filtern.
Aber sehr froh hier zu sein.

Jpeg

Jpeg

Eine Stadt voller prallem Leben. Eben durch die historischen Gassen flaniert, was manchmal nicht so leicht ist; wie im Süden stehen hier gedeckte Tische, bzw. kulinarische Schlachtfelder mit, zufrieden sich unterhaltenen Menschen dran, herum. Viele Plätze waren zu einer dröhnend, stampfenden Disse umfunktioniert. Die Menschen strahlten alle eine Unbeschwertheit aus, die ich ohne mitzumachen genießen konnte.
Lohnt sich hierhin zu kommen.

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