Utrecht

Gestern abend kam wieder das, was mir widerfährt, wenn ich zum Genussradler werde:
Glücklich durch Amsterdam durch, auf dem richtigen Weg nach Süden, nach Utrecht,fing ich an die Abendstunden zu genießen, was sich jedes Mal bitter rächt. In Utrecht hatte ich erst um 24 Uhr eine Bleibe gefunden: ein Hostel, StayOkay heißt es und ist wirklich doll.

Amsterdam, altbekannt, beeindruckt trotzdem wieder. Während ich auf „Het Centrum“ von Westen her auf einem breiten Radweg zuhalte, schließlich, zu dem großen Wasser hinterm Hauptbahnhof, kommen werde, wo man kostenlos mit einer Fahrradfähre übersetzt, kommen mir wahnwitzig schnelle Radfahrer, hier in der Stadt, zunehmend ohne Motor, entgegen; „Kampfradler“ würde Herr Ramsauer sie nennen, wenn er sich hierhin verirren würde; das Radfahrer ganz normal getriebene, Menschen des 21. Jahrhunderts sind, die sich ähnlich individuell, wie Autofahrer verhalten, macht sie eben nicht schlimmer als diese, nur ungefährlicher und umweltverträglicher…ich schaffe es irgendwie, meinen Touriradelmodus auszuschalten und möglichst wenig im Weg zu sein.
Durch Amsterdam bin ich in ca. 1,5 h. Bermerkenswert, dass es in den Straßen weniger nach Abgasen, als nach Marihuana riecht. Mag sein, dass ich dafür sensibler bin -habe erst 2x in meinem Leben inhalliert- trotzdem ist der Verkehr ziemlich hektisch.
So gemütlich wie bei den drei auf dem Foto ging es erst wieder auf dem Land zu.

a trois

Abendstimmung

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Aufgepasst

Eigentlich nichts besonderes mehr; deshalb fährt man ja hierhin, wegen der Ebenen, dem Meer, den geraden Strassen.
Die Campingchefin war sehr nett und zwei betagte Schwestern aus Recklinghausen machten mir einen Kaffee, weil ich mir Buttermilch in den Tee geschüttet und meine Pötte schon mit Rührei und Reis belegt waren.
Durch die Dünen fahre ich, wie ein Radtourist den Nordseefahrradwanderweg
Von der Nordsee nix Neues.

weisst’e, is wie unser Platt (was quatsch ist)

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Onderdijk

Nicht mehr so weit bis Den Helder.

Zelt trockenet gerade bei einer Tasse Kaffee. Obgleich es nicht regnete, war es bis 10 Uhr heute morgen nicht trocken. Auch das Gras, war total betaut; kennt man gar nicht mehr, nach diesem Sommer.

Begegnungen:

Gestern Abend beim Zelt aufbauen, sprang mir da ein Berner Sennenhund rein. Er wollte nur spielen…er hörte auf nichts, erst auf „fuck off“ aber das gefiel seinem Herrchen, der in der Nähe war, nicht. Ich hätte ein großes Maul, und aus seinem stank es nach Alkohol und er riss es viel weiter auf als ich.
Ob ich ihn stören würde, frug ich ihn; ich wäre nichts für ihn und ich solle mich schlafen legen und selber ficken.
Der Hund hatte mein Handyequipment mit den Zähnen ein paar Meter weiter getragen, richtig süß….Das legt man halt nicht auf den Boden, meinte der Ehrverteidiger seines Hundes.

Die Amerikaner wählen solche Typen als Präsidenten; ach ne, der trinkt keinen Alkohol, ach doch, das muss man erstmal hinkriegen, ohne Alkohol.

Die zweite Begegnung war in Dronte. Ein älterer Mann mit Schirmmütze.
„Können Sie mir sagen, ob hier irgendwo ein Lebensmittelladen geöffnet hat?“
„Die sind alle auf!…..Ach, nee, was für einTag ist heute? Sonntag? Dann machen die erst heute abend auf.“
„Sind sie Renter?“
„Klar“

und dann erzählt er, dass er Ärger mit seiner Bank hat. Er soll sich einen Computer oder ,wie heißen die Dinger, Smartphone anschaffen. Morgen sei er wieder bei der Bank eingeladen, die können meine Busfahrkarte bezahlen, sagt er. Sollen sie mich doch besuchen kommen, dann gibt’s sogar Kaffee und einen Snack. Früher wollten se mein Geld und meine Pension kriegen sie immer noch und jetzt soll ich mir einen Computer anschaffen?
Ich hasse die modernen Zeiten. Ich bin ein 50ziger, 60ziger Jahre Mensch, ein Hippie.

Geht mir ähnlich, sage ich. Reiche ihm meine Hand über den Navi am Lenker hinweg, auf den ich nicht verzichten möchte.

Dass ich selber nicht richtig mitkomme, reflektiere ich später, als ich mich darüber wundere, das Hippies die Konservativen von heute sind.

Später lese ich nach, dass Flevoland, der Boden über den ich von Dronte bis Lelystad rollte, in den 50ziger Jahren noch viel aus Wasser bestand, dass Flevoland erst seit 1986 eine eigene und die jüngste niederländische Provinz ist.

Weitergehts, sonst komm ich irgendwann in die Dunkelheit.

Jpeg

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Gildehaus

Ostmühle Gildehaus

Alles sehr schick Richtung Westen von Rheine aus. Bad Bentheim oben aufm Berg mit ner Burg und Kurzzeittouristen.
In Gildehaus hat Otto Pankok, der Schwarzweißkünstler, der die Welt aber durchaus nicht schwarzweiß gesehen hat, sich aufgehalten und einiges geschaffen; länger übrigens in dieser Zeit in Pesch in der Eifel. Interessanter Typ, Meister des Holzschnitts, Freund der Sinti und Roma, Professor von Günther Grass.

Selber gerade in Oldenzaal.

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Die Arschlochlüge

Das ist ja alles nicht passiert
Und trotzdem für uns recht und richtig
Obwohl es niemals existiert‘
Nichtsstutzig sind wir ungeheuer wichtig

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Spätsommerfahrt

weniger ist mehr….haben und sein….das nervigste an einer Tour ist das Packen.
Das Packen von Gegenständen, die man braucht.
Keine Lust dazu.
Aber gerade diese Lust nach Schwerelosigkeit, der Schrei des Minimalisten nach der nächsten Mülltonne, um sich wenig erscheinen zu lassen, indem man einfach wegwirft, um wieder zu besorgen, all die großen, platzeinehmenden Hallen, die um ein riesiges Weniger, das mehr sein soll, herum gebaut sind, all das ist Hohn.

Nichts möchte ich haften an meine Ziele. Morgen geht’s durch den Aachterwinkel, glaube ich, mit dem Rad.

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Virale Virtualität

Virtuell: Es könnte sein
Ist gar nicht fein
Ist nicht reel
Und macht die Wirklichkeit zu schnell

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Das Mindeste

Sie kämpfen gegen den Stromkonzern
Ich finde sie gut, ich habe sie gern

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Eigentum vernichtet

Fühl ich mich machtlos
Ja, was dann?
Schau ich mir blos
Das ist famos
Den Blödsinn von mächtigen Menschen an:
Sie sind voller Gnade, prächtiger Huld
Sie sind steinreich, aber Nix in Schuld

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Wider dem Sächsismus

Ehrenrettung

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