Eichendorffs Frust

Die Welt hat sich verbauet
Vor dem, der hingeschaut
Der traut, was sich so grauet
Und kriegt es nicht verdaut

Es liegt nicht an der Sache
Die sich vor uns verschließt
Es ist allein die Mache
Die uns die Sicht verdrießt

So schaut nicht auf die Macher
Allein, wie geht der Rest?
Wenn Mensch all‘ diese Macker
So weiter machen läßt

Veröffentlicht unter Gedichte, Protest | Kommentare deaktiviert für Eichendorffs Frust

Eine Frage

Wie totalitär ist eigentlich der Kapitalismus?

Veröffentlicht unter Kurz und Knapp | Kommentare deaktiviert für Eine Frage

Eingefallen und auch hingeschwommen

In der Verzweiflung hilft eben auch nicht die Sicherheit, dass alles zum Verzweifeln ist, sondern gerade der Zweifel an den Sicherheiten.

Veröffentlicht unter Kurz und Knapp | Kommentare deaktiviert für Eingefallen und auch hingeschwommen

Alle zusammen

Wir alle geh’n zusammen

 

D G D

Oh, der Klimakollaps kommt

G F#m

Und die Nazis aus den Löchern

G F#m Bm

Mit dem ewigen Verbrechen

Em G

An der Unschuld sich zu rächen

D G D

Soll’n wir geh’n, wohin geh’n?

Refrain:

G F#m

Und wir alle geh’n zusammen

G F#m Bm

Uns einander an zuschließen

Em G

Schutz zu geben und genießen

D G D

Laßt uns geh’n zusammen steh’n

D G D

Wenn die Macht sich noch mehr ballt

G F#m

In mehr Ungerechtigkeiten

G F#m Bm

Wünsch ich mir in solchen Zeiten

Em G

Dass Gerechte sich bereiten

D G D

Zu sich steh’n, zusammen gehn

Refrain

D G D

Dieser Mut den jemensch spürt

G F#m

Vom Zusammen mit getragen

G F#m Bm

So das Wichtige zu wagen

Em G

Statt zu klagen und verzagen

D G D

So kanns geh’n, nur so geh’n

 

Text als PDF mit Akkorden

wirAlleGehnZusam

 

Die Melodie ist eine alte, traditionelle, Schottische. Unter dem Titel „Wild Mountain Thyme“ wurde sie in der Folk Revival Zeit der 60ziger und 70ziger häufig interpretiert.

 

Veröffentlicht unter Protest | Kommentare deaktiviert für Alle zusammen

Unsere Reise endet hier

War „just in time“: Kam am Bahnhof in Maastricht mit dem Fahrrad an und hatte noch Zeit, erklärt zu bekommen, an welchem von den drei verschiedenen Automaten ich Tickets für die Fahrt nach Aachen kaufen kann. Dann hatte ich wohl noch Ankunft und Abfahrt verwechselt oder es war wirklich falsch angezeigt gewesen, ich stand zuerst am falschen Gleis. Aber der Zug rollt mit mir drin.

Hatte schreibend dann das Problem, dass ich für Deutschland ein Fahrradticket brauche. Aber das geht mit dem Mobiltelefon. Puh…der alte Mensch hat sich schon wieder umsonst Stress gemacht.

 

Die Reise ist vorbei. Die gedehnte Zeit wird demnächst wieder gestaucht. Aber die subjektive Zeitrechnung ist sowieso so’n Ding. Hatte ja bei der Anfahrt auf Dublin behauptet, dass mir eine Stunde weggenommen worden sei. Ist Quatsch, hatte eher eine bekommen.

 

Als in Belgien die geraden, gut laufenden Strecken wieder langweilig wurden, fing ich an von den irischen Single Track Roads zu träumen.

 

Warum denke ich so? Und ich glaube, dass das viele machen, immer irgendwo anders sein. Obwohl: Auf der Insel war ich oft da, wo ich war, auf dem Rad bei einem Anstieg, bei einer Abfahrt auf den Friedhöfen, in den Gesprächen, bei den Krähen und den mindestens so verrückten Staren, ich bin dem Plektrum der irrwitzig schnellen Banjo Spieler hinterher gelaufen.

Aber eigentlich ist das auch nur Projektion: Mensch kann nicht wissen, ob seine Augenblicke augenblicklich waren.

 

In Irland fragen die Menschen einen „How are you?“ Was wollen die jetzt hören….“Good“. Klappt ziemlich gut. „Wie geht’s?“ Wird das noch häufig gefragt, bei uns? Aber da ist es genauso so offen, Nein, bei uns fragt mensch das eher die Menschen die er kennt.

 

Ich hatte es auf der Reise einmal ausprobiert, in einem Pub. Die Frau hinter der Theke schilderte mir, glaube ich, ziemlich ausführlich ihr Befinden, auf die Frage :“How are you?“ Ich hatte bloß nicht so viel verstanden.

 

Mit meinem Blog ist es ähnlich. Ein Monolog von „How do I do“. Er muss ja nicht verstanden werden und es gibt immer wieder und überall dieses Bedürfnis sich mit zuteilen.

Als ich das geschrieben hatte mußte ich in Köln Ehrenfeld umsteigen, hatte eine halbe Stunde Zeit und sah das

If you see anything interesting please let someone know immediately

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Unsere Reise endet hier

Mechelen

In Belgien sind die Preise für die Eisenbahn ziemlich günstig. Warum ich trotzdem auf dem Fahrrad und am Freitag 175 km von Dünkirchen bis hierher gefahren bin?

Belgien greift mich immer wieder besonders an, ganz gleich ob Wallonie oder Flandern. Das Land mit seiner ursprünglich katholischen Klammer, zerstrittenen Regionen und dieser Art…..die eben genau zwischen den Niederlanden und Frankreich liegt. Will es ja lassen, das Bewerten eigentlich.

Eine Flandern Rundfahrt habe ich nicht gemacht und das tonnenschwere Fahrrad rollte auf flachen Strassen oft richtig schön. Trotzdem mir ein penetranten Südwind manchmal böig in die Speichen griff und es bis Gent eine gute Zeit lang regnete.

Z.B. bei der Einfahrt nach Gent fuhr ich Kilometer lang, an einer stärker befahrenen Straße an Einzelhandelshäusern vorbei, die alles denkbare, von Autos, Mode, Tierfutter usw. in jeweils freistehenden pavillonartigen, aufwendig gestalteten Gebäuden feilboten. So wie eine riesige Mall, als wenn das kleine Land zu viel Platz hätte. So etwas hatte ich auf dieser Tour und überhaupt noch nicht gesehen.

Klappe halten, Fotos zeigen

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Reisen | Kommentare deaktiviert für Mechelen

GWR

Bin ja gerne im Land Ihrer Majestät und fahr auch gerne mit Great Western Railway, schon ein paar Mal; kostet zwar viel mehr als mit dem Flix Bus, aber allein wegen der Geschwindigkeit und des Fahrrads bleibt mir fast gar nichts anderes übrig.

Das Fahrrad hat geklebt gestern und heute. Die 16 km nach Bristol Temple Meads, was so eine Art Hauptbahnhof von Bristol ist, kamen mir wie die anstrengensten der ganzen Tour vor.

Hätte schon seit einer halben Stunde unterwegs sein können, aber für den Mann am Schalter war es unerklärlich, dass er kein Fahrrad buchen konnte. Irgendwann erklärte ein Kollege, ich solle einfach zum Zug und es probieren.

Und hier im Zug zeigt ein Fahrradabstellplatz an, ob er „available“ ist, das waren viele. Vielleicht kann man die, wie in verschiedenen französischen Regionen, selber im Netz reservieren; keine Ahnung. Vielleicht sollte ich mich einfach öfter in der organisierten Fahrradwelt (ADFC) aufhalten. Es gibt keinen rationalen Grund weshalb nicht. Für mich fehlt dort aber die Poesie und das Abenteuer. Die Politik dieser Fahrradvereinigung hat für mich oft die selbe Ignoranz des gleichklingenden Verbandes mit A statt F, der Tellerrand ist reichlich hoch. Habe gehört, dass es dort auch schon eine Art Sektiererei zwischen e und Bio-Bikern gibt.

 

In diesem Sinne würde ich mich auch gerne über Great Western Railway beschweren. Der Zug wackelt stärker als die „Severn Bridge“ gestern, wie beschrieben.

 

Ja, der Tellerrand der Bewertungen ist gemein; Tellerrand-Bummerang.

In Bath füllt sich der Zug stark. Aber ich habe auch einen „available“ Sitzplatz. Jetzt fährt der Zug wieder los. „Bath Spa“. Sind das alles Kurgäste, die hier zugestiegen sind?“

 

Ein Getränkewagen kommt durch. Die Dame, die ihn schiebt, fragt mich: „What can I do for you love?“ – „Liebschen was möchtest Du?“. Ich frag mich, wie ich aussehe, dass ich so angesprochen werde, was mir freilich ziemlich viel Spaß macht. Ich glaube einem Herrn in Krawatte würde das nicht wiederfahren. Ich kaufe ihr einen Tee ab und bedanke mich mit „Thank you so lovely“. Ich glaube, das war richtig.

 

Bristol ist schön, schön bunt. War die erste britische Stadt, wo öffentlich „Carnival“, auf karibische Art, als Straßenkarneval gefeiert wurde.

205 Höhenmeter hatte ich „auf der Uhr“ als von der Unterbringung knappe 17 km gefahren war und Ostwind. Wie schon beschrieben, das Rad klebt an der Straße und mein Gepäck, z.B. die Mandoline, die wie eine Heckflosse, hinten aufs Gepäck geschnallt ist, kommt mir irrsinnig vor.

 

Mann, wackelt der Zug! Hier darf eigentlich gar kein Tee ausgeschenkt werden; habe aber noch keinen verschüttet.

 

Freue mich auf London, ist immer ein Fest mit dem Fahrrad hindurch zu fahren. Paris ist , glaube ich noch besser. Und irrsinnig, wenn mensch sieht, wie diese Mega Metropolen, sich für eine vernünftigere Verkehrspolitik entschieden haben unsere konservativ geführte Hauptstadt mal wieder meint, den „deutschen Sonderweg“ gehen zu müssen. Auch in meiner Heimatstadt gibt es eine Initiative dieser Menschen, die, wie Adelige im „fin du siecle“ Kutschen brauchen, um sich dort zu bewegen, die sich „Vorfahrt Vernunft“ nennt. Ja klar, diese Kutschen Menschen gibt es in den führenden Metroplen, trotzdem genug.

 

Man , eben waren wir in Swindon und ich weiß jetzt auch warum der Zug so wackelt. Die Gleise sind zu alt für das Tempo.

Ich lade noch ein paar Fotos hoch und muß mich dann um die Navigation in London kümmern.

Das ist kein Stoppelfeld sondern ein öffentliches Rugby Feld

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für GWR

Bristol

Ne, bin nicht von Fishguard bis Bristol mit dem Rad gefahren, nur die letzten 40 km. Zug fahren, auch mit dem Fahrrad, ist in Wales sehr entspannt.

Über die „Severn Bridge“ bin ich geradelt. Gute 1,6 km ist die Hängebrücke lang und sie benimmt sich auch wie eine Hängebrücke. Als ich um das Foto zu machen, abgestiegen war, bekam ich richtig Angst. Auf dem Fahrrad waren die Schwingungen nicht zu spüren.

Veröffentlicht unter Reisen | Kommentare deaktiviert für Bristol

King Charles III

Ist das erste Mal, unter seiner Majestät (stimmt gar nicht, war im Winter ja schon in UK) dem Sohn, Einreise, mit Eintritt, wie damals in die DDR. Diese Bemerkung ist natürlich dumm und arrogant eingedenk, dass viele, die aus existentiellen Gründen in dieses Land wollen, gar nicht hinein dürfen.

ETA heißt das Dingen und ich habe es bequem mit der Karte zahlen können/ ist aber schon etwas her, vorsorglich für diese Reise.

Aber noch bin ich gerade in der Republik Irland, in Rosslare am Fährterminal, wo ich auch die Nacht verbracht habe.

Die Fähren ins Vereinigte Königreich waren schon weg als ich ca 8:30 PM westeuropäischer Zeit hier ankam.

Es ging aber noch eine Fähre direkt nach Dünkirchen um 0:00. Vier Radfahrer warteten auf die Öffnung des DFDS Schalters, um für ihre Reservierung ihre boarding cards zu bekommen. Irgendwann gingen sie direkt dahin, wo die Autos ihr boarding hatten und kamen auch nicht wieder.  Auf ihren Reservierungen stand allerdings geschrieben, sich am Schalter einzufinden.

Hätte ich interessant gefunden, über die See so nah an die Heimat zu kommen. Diese DFDS Linie war mir bekannt, konnte aber zu Beginn der Reise nur unglaublich teure Tickets finden, mehrfach über die 300 € hinaus.

Der Schalter öffnete nicht, aber schaute noch mal im Internet nach den Preisen. Da eröffnete sich die Möglichkeit für 320 € quasi bis an die belgische Küste zu fahren.

Unglaublich…. beim DFDS Slot für die Autos stand keins, aber es war erleuchtet.

Ob ich mir damit ein Ticket für heute kaufen könnte, fragte ich die Dame dort in dem Häuschen. Wenn heute der 28zigste wär……

Sie telefonierte, aber ca 2 h vor Abfahrt war es zu spät, um an ein Ticket zu kommen.

Nun, jetzt fahre ich in das Land seiner Majestät und später von Dover aus nach Dünkirchen.

Gestern lief es von Dungarvan nach Waterford und danach ziemlich gut auf dem Fahrrad. Waren dann über 150 km.

Anbei ein paar Fotos vom Tag, unkommentiert, muß gleich an Bord.

Veröffentlicht unter Allgemein, Reisen | Kommentare deaktiviert für King Charles III

Dungarvan

Habe einen Scone geschenkt bekommen. Aus dem Shamrock Restaurant kam gerade ein Mann, heraus, während ich mich umsah, ich solle einen Kaffee trinken.

O.k. ich nehme einen Tee. Einen Kaffee,.nein, einen Tee. Dann kommt irgendwann mit dem Scoon, Marmelade und Butter um die Ecke. Geht auf’s Haus.

Dann kommt er noch mal und bringt mir eine Visitenkarte vom „Townhouse“ , eine Ferienwohnung, die wohl dazu gehört.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Reisen | Kommentare deaktiviert für Dungarvan