Hatte ja gesagt, dass ich auf die Tracks von Naviki vertraue. Es ist interessant was bei der Routenplanung unter der Rubrik „Alltag“ hier herauskommt. Mit einem Alltagsrad waren die Wege teilweise nicht wirklich zu befahren und auch mit dem Graveler hatte ich wegen des Gepäcks Probleme. Aber Naviki ist ja eigentlich eine gute relativ unkommerzielle Sache.
„Komoot“ wird in der Beziehung und weil alle „Komoot“ sagen immer unappetitlicher.
Eigentlich ein Grund bei Naviki mitzumachen, anstatt sich im enttäuschten Konsumentenverhalten zu suhlen.
Aber da stand plötzlich ein nicht angeleinter, großer, schwarzer Hund auf einem Schotterweg neben einem kleinen Anwesen. (Da kann Naviki natürlich nichts dafür) Ich hatte keine Lust seine Verteidigungsbereitschaft auszuprobieren, zumal er nicht anschlug, sondern, so wie ich ihn, mich wachsam in der entsprechenden Entfernung beobachtete.
Gleichwohl machte ich einen riesigen Umweg auf dem Asphalt. Ein neuen Track umfuhr ich auch asphaltmäßig, mit wenig Autoverkehr.
Um dann später in „Latinska Islam“ -interessanter Ortsname, der wohl etwas mit der osmanisch-habsburgischen Militärgrenze zu tun hat- festzustellen, dass der Track hinter einem gut verschlossenen Tor und Zaun lag. Spätestens hier, wäre ich, hätte ich dem track gefolgt, nicht weitergekommen.
Hatte ich also richtig gemacht mit dem Asphalt.
Das ist natürlich echter Mist und ich muß mich wieder stärker mit der Wegeplanung beschäftigen. Das war gestern, am 13. September.
Auf dem Weg sah ich auch eine orthodoxe Kirche. Zumeist sind es Serben, die sie besuchen und ihre Gottesdienste dort feiern.
Serben sind als Wehrbauern entlang der Militärgrenze von den Habsburgern im 18. Jahrhundert in Kroatien, wie das Land heißt durch das ich gerade fahre, angesiedelt worden. Und in den jugosslawischen Bürgerkriegen gab es die serbische „Republik Kraijna“ dort, die sich ziemlich nah ans Meer ausdehnte. Alles schwer und mit irgendeinem schwarz-weiß Denken nicht zu verstehen
Jetzt sitze ich gerade an der Brücke vom Festland auf die Insel Pag, an einer Imbisbude mit Radiomusik. In Novalja fährt ein Schnellboot nach Rijeka. Das nimmt aber keine Fahrräder mit. Aber vielleicht verpackte.

