Konoba

Heute wollte ich möglichst früh etwas essen. Es war noch keine 12 als ich dem Spießbraten über den Weg fuhr.
Konoba stand auf dem Haus daneben. Gegessen wurde in einem Waldstück von Männern, mit Oberarmen, die ihre SUVs gar nicht brauchten; so wie diese ausgebildet waren, konnten sie bestimmt super schnell Rollstuhl fahren.
Natürlich tranken die motorisierten Herren Bier, einige aber auch Schnaps.
Der Mann der das Fleisch herantrug meinte ich solle mindestens 300 gr Lammfleisch nehmen. Ich handelte ihn auf 200 gr, einen gemischten Salat und Brot, das auch extra geordert werden mußte und ein Glas Wasser herunter.
Das Fleisch war zäh, was ich aber voll o.k. finde. Wenn man nach dem Motto ißt, dass das Gemüseessen von den Schlachttieren besorgt wird, soll man es nicht ganz so leicht haben. Im Haus rumste dauernd ein Fleischbeil. Es schien nicht besonders scharf zu sein, oder es ging durch dicke Knochen, es klang nach Brechen, nicht nach Schneiden.
Mir fehlt viel vom Mitgefühl für beseelte Wesen; richtig wohl hatte ich mich in dem Ambiente dort aber nicht gefühlt. Sich an Fleisch satt zu essen halte ich eh für quatsch, aber erzähl das mal einem Inuit. Und die Rechnungen die da so aufgemacht werden….vielleicht hat der Carbonrahmen von meinem Fahrrad eine schlechtere Bilanz, als der nährende Teller Fleisch den ich da hatte. Vielleicht war das Schaf irgendwo herumgelaufen in der Nähe, bevor es in dem zweckmäßigen Grill gelandet war.

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