ÖBB

Ist ein ICE fähiger Zug von der Bundesbahn auf dem ich gerade durch die Gegend gondel. Wunderbar, die fahren hier sogar pünktlich. Nach Frankfurt soll der weiterrollen. Ich steig aber in Salzburg aus. Hätte sonst auch keinen Platz für das Fahrrad.
Hier sind zwei eBike Herren im Zug. Der eine passt auf seins auf und kommentiert eifrig, das Verräumen der übrigen Räder. Der andere will mich interviewen und irgendwie hat er nicht das richtige Einfühlungsvermögen für mich. Sein insistierendes „Woher, Wohin?“ beantworte ich mit „Sind wir nicht alle auf der Reise?“ und gefalteten Händen. Er gibt bald auf.
Ein wenig arschig von mir, aber ich weiß mir gerade nicht anders zu helfen.
Gleichwohl hat sich das Fahrrad in den Alpen weiter entwickelt und angesichts dessen bin ich ein Konservativer, obgleich nicht ganz. Konservative, sind die, die mit den Veränderungen klar kommen, in dem sie mit Macht etwas ändern wollen, was ihnen zur Heilung ihres bitteren Gefühls reicht. Konservative wollen nicht die Gesamtproblematik sehen. Sie sägen sich einen Teil aus dem großen Schachbrett und halten sich dort für geniale Spieler.
Mein bitteres Gefühl: Auf den Talstraßen kannst Du an die Pässe nicht mehr ranfahren. Der Radfahrer hat jetzt Motor und nähert sich auf Seitenwegen, mit doppelt soviel Höhenmetern. Mein konservatives bitteres Gefühl steht dem des konservativen „Blechkistenfahrers“ gegenüber.
Aber ich finde es nicht gut, dieses „bittere Gefühl“. Schachspielen kann ich auch nicht. Vollkommen überfordert die Zusammenhänge zu denken. Und was für ein nasser Furz ist das, ob ich einen Weg mit dem Fahrrad fahre. Und wie schön.

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