Kobarid

Ja, das war schön, als ich in Tolmin, oder auf „Deutsch“ Tolmein, beim Radhändler wieder aufschlug, stand das Rädchen mit einem super Druckpunkt in der Hinterradbremse da. Bye the way…..ich hätte ihm ja erzählt, dass das Fahrrad knacken würde, das wäre ja so ein verschraubten Pressfit Lager und die rechte Seite viel zu locker gewesen…..das habe er angezogen, das Knacken sei weg.
Es war schon toll, wie er mich begrüßt hat, als ich ihn nach seiner Mittagspause zum ersten Mal sah. Er machte nicht den Eindruck von Gehetzheit, obgleich er bestimmt 10 Minuten zu spät in seinen Laden kam. Aber er empfing mich total freundliche und kümmerte sich sehr, erklärte ganz viel. Für mich sah das so aus wie einer, der sich die Zeit nimmt um Zeit zu haben, aber auch ziemlich schnell arbeiten kann. Weit weg von der Arbeitswelt wie ich sie kenne bzw. sie mir selbst gestalten oder gestalten lasse.
Der Laden selbst war weg von Schickmick und Style, überall stand etwas herum, scheinbar ungeordnet; Kisten, reparierte Räder, Räder, die wohl verkauft werden sollen, eine Phalanx Trikots hinderte einen daran erst einmal tiefer in den Laden zu kommen.

Irgendwie war ein kleiner Funke übergesprungen. Er frug mich auch, ob ich die Zeit habe auf die Reparatur zu warten (1h oder ein bischen mehr).
„Natürlich habe ich Zeit, ich bin im Urlaub. Aber mein Kopf versteht das nicht so ganz.“
Er hatte auch dafür eine Antwort parat, die ich vergessen habe, aber von der Reaktion her, so etwas wie ein wohlwollendes „Hastes kapiert!?“ hatte.

Was für eine tolle Begegnung. Neulich hatte ich noch einmal daran gedacht, an alle die freundlichen Menschen, die ich auf meinen Fahrten, früher auch oft per Anhalter getroffen habe, die das heulende, “ innere Kind “ auf eine gewisse Weise zu führen und zu trösten wußten. Warum kommen die nicht wieder durch? Ich glaube es gibt zu wenig davon. Nein nicht. Sie sind nur zur Zeit gar nicht vorne. Und oft denke ich viel zu wenig davon zu haben, bzw. an den falschen Stellen aus zu üben.

So konnte ich auch gar nicht viel weiter fahren und, ich wollte es auch nicht. Der Weg hierüber war wunderschön und ich habe mal dran gedacht, ein paar Bilder davon zu machen. Das war exakt das was ich wollte und trotzdem sah es ganz anders aus, als ich es in Erinnerung hatte. Bei der letzten Fahrt runter von Krajnska Gora, bin ich vermutlich tief im Tal die Autostraßen gefahren. Das ist schneller, aber weniger schön und eben auch gefährlicher.

Der Weg von Kanal nach Tolmin heute am späten Vormittag, war der Hammer: auf 20 km gab es 400 Höhenmeter im Rauf und Runter. Eine Rampe schob ich runter und das Navigationsgerät zeigte mir ein Gefälle von über 21% an und auch bei den folgenden Steigungen gab es an die 20%. Diese Pisten waren dann auch an den Berg betoniert. So etwas hatte ich noch nicht gesehen. Darüber vergaß ich Bilder zu machen, von dem Blick den mensch da oben auf die Spielzeugautos im engen Tal hat.

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